Entwickler-Ecke

Off Topic - Spieleprogrammierer als Beruf


Locha - Di 10.05.11 15:26
Titel: Spieleprogrammierer als Beruf
Hallo allerseits.
Seit einigen Tagen stelle ich mir immer mehr die Frage wie man in die Spieleentwicklung kommt und welcher Studiengang sich dafür anbieten würde.
Nach ein paar Foren und der dort präsenten sinnlosen Kritik die keine Antworten gab entschied ich mich hier diesen Beitrag zu Posten.

Folgender Hintergrund: Ich habe bald mein Abi, welches ich nur auf Grund dieses Wunsches Spieleprogrammierer angefangen habe.
Mir sind die allgemeinen Schwierigkeiten bekannt, dass aufgrund des immer größeren Mediums PC-Spiele immer mehr Leute den Wunsch nach diesem Beruf haben.
Auch dass man eine gewisse Berufserfahrung braucht bevor man die Chance hat in einer solchen Firma zu landen.

Eine Ausbildung ziehe ich nicht vor zu machen aufgrund der höheren Chancen auf ein Arbeitsplatz durchs Studium.

Da ich seit einiger Zeit an dem Gedanken hänge und nicht genau weis welchen Studiengang man braucht bitte ich euch um Hilfe.
Mir ist auch der Studiengang des Medieninformatikers bekannt und die Angebote an den Privatschulen wie z.B. Games Academy wobei das zweite aufgrund des
mangelnden Geldes ausfällt.

Einiges über mich:
Bin gut in Mathe, Englisch, Netzwerktechnik und Programmieren (Die Fächer auf meiner Schule halt).
Da ich es einsehe dass man mehr machen muss als in der Schule zu gammeln habe ich Kenntnisse in C (Anfänger) , C++ (Vorgeschritten) und C# das gleiche.

Wer mir weiterhelfen kann ich währe ihm dankbar. :wink:
mfG Locha :)


Delete - Di 10.05.11 15:40

Games-Acadamy und Co kannst du vergessen. Passende Studiengänge sind dann wohl: Computervisualistik, Informatik und Medieninformatik. Die besten Chancen bieten immer noch gute Referenzprojekte.


Hidden - Di 10.05.11 16:07

Hi,

Nicht zu sehr spezialisieren: Programmierer mit Schwerpunkt ist gut, ein bisschen Informatiker kann schon fast alles. Versuche auf jeden Fall einen Uni-Abschluss, möglichst keinen Fachhochschul-.

Du kannst einmal schauen, wie viel du an den verschiedenen Unis da zusätzlich brauchst: Wenn es nur ein paar Module sind, versuche beide Abschlüsse zu erlangen.

lg,


zuma - Di 10.05.11 16:27

Vielleicht ist auch interessant, welchen Teil der Spieleentwicklung du machen möchtest.
Da gibts ja keine Generalisten mehr. (mal ein paar Stichworte, was ich meine: Engine coden, Grafiken entwerfen, Sounddesigner, Marketing, Scripten, etc.)
Je nach bevorzugtem Bereich ergibt sich daraus eigentlich schon, worauf man seinen Schwerpunkt im Studium legen sollte.


Regan - Di 10.05.11 16:30

user profile iconj.klugmann hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Medieninformatik

Ich dachte immer, dass die Mädcheninformatiker und Mädcheninformatikerinnen nur Bücher wie Wirkungen von Daily Soaps auf Jugendliche [http://www.amazon.de/Wirkungen-von-Daily-Soaps-Jugendliche/dp/3889273521] lesen. Falls du diesen Studiengang trotzdem ergreifen möchtest, schaue erstmal in die Modulbeschreibungen. Bei manchen Unis ist Programmieren gar nicht drin :!:

user profile iconHidden hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Nicht zu sehr spezialisieren: Programmierer mit Schwerpunkt ist gut, ein bisschen Informatiker kann schon fast alles. Versuche auf jeden Fall einen Uni-Abschluss, möglichst keinen Fachhochschul-.

Für das reine Programmieren sollte eigentlich schon ein Fachinformatikerabschluss reichen.


Delete - Di 10.05.11 16:34

Dann wird er ein Code Monkey. ;)


FrEaKY - Di 10.05.11 17:38

Fang an Spiele zu programmieren. Ich würde wetten, dass man die besten Chancen hat irgendwo reinzukommen, wenn man etwas vorzuweisen hat. Und damit meine ich nicht Abitur oder irgendein Informatikerstudium.
Beweise dafür gibt es genug... Valve, idSoftware usw. Viele Leute aus der Demoszene programmieren heute Spiele.


papa69 - Di 10.05.11 17:42

...also den Entschluss, zu studieren finde ich (persönlich) als die wirklich bessere Idee/Chance. Nach 3 Jahren hast du den Bachelor (wenn es den dann noch gibt) in der Tasche und falls es dich zu mehr inspiriert und/oder drängt hast du 2 Jahre später auch den Master...Oftmals werden die hiesigen Unis/Hochschulen für den Sprung ins Ausland genutzt (ein Master am MIT hat da schon was - zumal es bis jetzt noch keine Aufnahmebeschränkungen gibt/gab).
Die (meisten) Unis/HS haben ein Modulhandbuch, welches du dir mal zu Gemüte führen solltest bzw. es genau durchlesen solltest. Da hast du auf jeden Fall schon einmal einen Einblich, was dich erwartet bzw. welche Module an den verschiedenen HS/Unis angeboten werden.

Bis vor (2) Jahren gab es wirklich einen Fachkräftemangel im IT-Segment (sei es Programmierer oder ähnlich geartete Berufe [Wartung von Netzwerken ist auch interessant}). Und die Aussichten auf einen (gut bezahlten) Job stehen momentan sehr gut (auch noch in 5 Jahren...).

Ich selber bin jetzt (fast) 42 Jahre alt und habe vor 2 Jahren noch einmal angefangen zu studieren (bin momentan im 4.Semester) und ich muss sagen, je länger ich dabei bin, um so mehr Facetten finde ich, die mir Spaß machen - reines Programmieren, Techniken "rund um den PC", Netzwerktechnik ... ich bin einfach nur begeistert (und wundere mich jedes Jahr auf's Neue, warum ein Student so ca. 4-5 Monate "Ferien" hat und nichts macht...)

Fazit: Bewirb dich an einer Uni/HS, programmiere "nebenbei" für dich (an einem kongreten Projekt) weiter und versuche über die HS/Uni ein Auslandssemester einzulegen...

toi-toi-toi


Xion - Di 10.05.11 21:27

user profile iconpapa69 hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
(und wundere mich jedes Jahr auf's Neue, warum ein Student so ca. 4-5 Monate "Ferien" hat und nichts macht...)

faszinierend. Mir geht es genau andersrum. Ich hab (nur von der Uni aus) schon so viel Stress, dass nicht im Traum daran zu denken ist, irgendwas nebenher zu machen (bin schon froh wenn ich nebenher ab und zu mal was essen und schlafen kann :mrgreen: ). An freie Wochenenden ist nicht zu denken. Ok, ist nur dieses Semester so übel. (volle Pulle Vorlesungen + Seminare + Softwareprojekt)

Ansonsten kann ich das Informatik-Studium nur empfehlen. Nur ist es ziemlich schwer, und die Gamer, die in die Spieleprogrammierung gehen wollten, sind alle im ersten Semester schon rausgeflogen ;) mag ein Vorurteil sein, aber wer mit dem Wunsch "Spieleprogrammierer" zu werden ankommt, vermittelt den Eindruck, als habe er keine Ahnung wovon er redet. Denn Spieleprogrammierung ist schwerer als Standardsoftware zu programmieren. Außerdem sind die Arbeitsplätze bei der Spieleprogrammierung auch sehr begrenzt.

Soll aber nicht heißen, dass es nicht geht :) Vor allem wirst du im Studium (wie schon geschrieben) viel neues lernen und so sicherlich auch noch andere Gebiete der Programmierung kennen lernen, die Spaß machen. Leider muss ich sagen, dass das Studium nur ergänzend wirklich was bringt. Wenn du programmieren lernen willst, dann musst du das so lernen. Weil das wird voraus gesetzt. Mehr als einen zehnzeiler wirst du kaum programmieren müssen. Ok, man kann auch ein Informatikstudium beenden ohne jemals was selbst programmiert zu haben. Als Beispiel hatten wir Computergrafik. Da hat man gelernt, wie z.B. OpenGL bestimmte Sachen macht, wie etwa die Beleuchtungsmodelle. Aber: Du hast nix gesagt bekommen, wie du OpenGL anzusprechen kannst etc. Das musst du selbst lernen oder du kannst es eben nicht.

Was du im Studium dafür lernst, sind Ideen. Ich höre z.B. "Datenbankimplementierungstechniken". Hört sich verrückt an, aber die Dinge, die in Datenbanksystemen so passieren, sind schon interessant. Die kann man dann natürlich auch wo anders anwenden.


Bergmann89 - Di 10.05.11 22:16

Hey,

um gleich mal das Bsp mit dem OpenGL aufzugreifen. Wir haben das auch alles gehabt, aber wir haben es nebenbei implementiert. Das liegt am Unterschied zwischen FH und Uni. FHs sind da doch etwas praxisorientierter. Allerdings sind die Sachen die wir da programmieren für Anfänger ausgelegt, also wenn du schon sehr viel Erfahrung im Programmieren hast, dann wird sicher die eine oder andere Vorlesung langweilig sein, weil man beim Urschleim wieder anfängt. Geht mir zumindest so, ich hatte letztens eine 30-minütige Diskussion mit meinem Prof. Da haben wir Vor- und Nachteile seiner und meiner Implementierung ausgewertet. Sowas macht dann auch wiederum Spaß, wenn man mal ein bischen gefordert wird^^

MfG Bergmann.


Locha - Di 10.05.11 22:24

Also erstmal vielen dank für die raschen Antworten und die vielen Infos. :)

Ich denke damit währen die meisten Fragen beseitig und ich werde den Posts nachgehen und mir die Tipps zu herzen nehmen.^^
Mal schauen wo und auf welcher Uni ich dann landen werde.^^
Vielen dank nochmals.^^


spawn89 - Mi 11.05.11 07:56

Wenn du wirklich unbedingt in den Programmierbereich der Spieleentwicklung willst:
user profile iconFrEaKY hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Fang an Spiele zu programmieren. Ich würde wetten, dass man die besten Chancen hat irgendwo reinzukommen, wenn man etwas vorzuweisen hat. Und damit meine ich nicht Abitur oder irgendein Informatikerstudium.
Beweise dafür gibt es genug... Valve, idSoftware usw. Viele Leute aus der Demoszene programmieren heute Spiele.
/sign


mvollmer - Mi 11.05.11 09:33

Hör dir mal an was sie so sagt ;)

http://video.golem.de/games/4763/interview-mit-kristina-rothe-von-travian-games-auf-der-quo-vadis-2011.html


Nersgatt - Mi 11.05.11 12:08

user profile iconRegan hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:

Für das reine Programmieren sollte eigentlich schon ein Fachinformatikerabschluss reichen.


user profile iconj.klugmann hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Dann wird er ein Code Monkey. ;)

:roll:

Möchte nur mal klarstellen, dass ich (als Fachinformatiker, > 10 Jahre Berufserfahrung) mich nicht als Code Monkey fühle. Es gibt durchaus Firmen, die auf Fähigkeiten achten, nicht auf Abschlüsse!
Mein Chef legt großen Wert auf meine Meinung und ich kann sehr weittragende/schwerwiegende Entscheidungen treffen. Daran hängt auch ein großes Maß an Verantwortung. Das verbinde ich nicht mit einem "Code Monkey".

Jens


Regan - Mi 11.05.11 14:50

Ich möchte nichts gegen Fachinformatiker sagen. Der Praxisbezug bei der Ausbildung ist ein deutlicher Pluspunkt gegenüber der vor allem theoretischen Ausbildung an Universitäten. Deshalb habe ich bei Spieleprogrammierung auch sofort an den Programmierer gedacht.
Vielmehr ist die Spieleentwicklung viel zu komplex, um einen geeigneten Studiengang oder Ausbildung zu finden, da das Thema viel zu viele Facetten hat.


Bergmann89 - Mi 11.05.11 15:25

Hey,

es geht ja auch nicht darum, das man nach der Ausbildung der übelste Pro is und über alles bescheid weiß. Es geht darum den Richtigen Grundstein zu legen, um in die Richtung GameDesign zu gehen. Da ist praktisches Arbeiten natürlich nicht wegzudenken. Aber ein normales Informatikstudium und einige eigene Projekte, die man vorzeigen kann sind da schon der Richtige Weg. Die nette Frau in dem Video oben hat das ja auch gesagt ^^

MfG Bergmann


Delete - Mi 11.05.11 15:43

user profile iconNersgatt hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
user profile iconRegan hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:

Für das reine Programmieren sollte eigentlich schon ein Fachinformatikerabschluss reichen.


user profile iconj.klugmann hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Dann wird er ein Code Monkey. ;)

:roll:

Möchte nur mal klarstellen, dass ich (als Fachinformatiker, > 10 Jahre Berufserfahrung) mich nicht als Code Monkey fühle. Es gibt durchaus Firmen, die auf Fähigkeiten achten, nicht auf Abschlüsse!
Mein Chef legt großen Wert auf meine Meinung und ich kann sehr weittragende/schwerwiegende Entscheidungen treffen. Daran hängt auch ein großes Maß an Verantwortung. Das verbinde ich nicht mit einem "Code Monkey".

Jens


Es ging mir nicht um den Job an sich, allerdings werde gerade in Deutschland bei Firmen wie Bigpoint gut-ausgebildete als "Code Monkeys" missbraucht. Das hört man immer wieder in den Medien. Was man nu aus seiner Ausbildung/seinem Studium macht, ist natürlich jedem selber überlassen. Die Tatsache, dass es wenige Spieleentwickler in Deutschland gibt, macht die Sache noch schwieriger. Die einzigen Studios, die massiv einstellen, sind aktuell BrowserGames-Entwickler, darunter auch Bigpoint. Inwiefern man zum Code-Monkey wird, hängt wohl sehr von der Firma ab. Wenn man den Medien glaubt, sollte man sich als Entwickler am besten von Bigpoint fernhalten. Es ging mir bei dem Begriff "Codemonkey" auch nicht darum, seinen Wissensstand oder Kenntnisse zu beschreiben, sondern ich wollte ihm klarmachen, dass er bei 90% der Firmen letztendlich wenig mit dem Spiel an sich zu tun haben wird und letztendlich nur programmieren wird. Vom den Aspekt gilt umso kleiner desto besser. ;) Ansonsten schau mal im sppro vorbei, da gibt es Zillionen solcher Threads.


Jakob_Ullmann - Mi 11.05.11 17:02

Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass für die Spieleprogrammierung ein FH-Abschluss gefragter als ein Uni-Abschluss ist. Landau-Symbole und andere Formalismen werden ihm später sicher nicht so häufig über den Weg laufen.


Delphi-Laie - Mi 11.05.11 22:57

Die Spieleprogrammierung hat wenigstens zwei wirklich heftige Schwerpunkte:

1. Die Logik und
2. Die Graphik.

Wenigstens, was den zweiten betrifft, gibt es längst eigene Lehrstühle und Studienvertiefungen, beim ersten weiß ich es nicht. Für einen dritten Schwerpunkt der Spieleprogrammierung halte ich noch die "Inter-Spiele-Kommunikation" bei Spielen von/mit mehreren Spielern.


Petros - Sa 14.05.11 01:49

naja nicht wirklich ich arbeite bei THQ germany und programniere dort KI´s und Physik Engine´s. Du solltest auf jedenfall Beruftserfahrung von 3-5 jahren mitbringen oder gute Projecte im peto haben .

weiter kenntnisse zum vorteil:

1. C++ und Java kentnisse
2. Gut in Mathe 1 wäre von vorteil
3. Räumliches denken
4. Kentnisse in OpenGL, DirectX und Shader 2.0 - 3.0 haben
4. Gute Teamfähigkeit da du eng mit deinen kolegen zusammen arbeiten musst

Studien Abschluss:
1. Informatik in Mathematik
2. Median Informatik
3. evtl Grafig Designer (von vorteil)


beastofchaos - Sa 14.05.11 12:14

Ich bin zwar im Moment in der 10. Klasse und habe mich aber shcon entscheiden können, dass ich Progammierung machen will. Muss nicht unbedingt was mit Spielen sein, aber das wäre natürlich ein Traum für mich^^

Hab jetzt alles durchgelesen und fühle mich um einiges an Wissen bereichert. Habe bisher nur ein riiiesiges Projekt macht (Minigolf), dabei geht es ncoh nciht sehr um grafik bzw. halt nicht um 3D Grafiken. OpenGl will ich mir mal iwann selber beibringen - im Moment versuch ich mich an Java (bisher nur Delphi bzw. Pascal), weil ich in 2 1/2 schulpraktikum bei einer Softwarefirma habe.. In der Oberstufe werd ich Mathematik als LK und Informatik als GK(hoffentlich) haben. Ich weiß noch gar nicht, wie es danach weiter gehen soll, aber ich denke, dass ich iwie das umfangreichste und schwerste Studium haben will, damit ich danach "allwissend" bin :) Da muss ich mich dann halt mal in Programmierungswelt informieren. Lebe in Berlin - vll kennt ihr da schon eine gute Universität

Grüße, Thomas


Delete - Sa 14.05.11 12:18

Die Dienststelle in HH wurde doch geschlossen oder? AFAIR müsste das einzige Büro in Krefeld sein, aber mir war nicht bekannt, dass die da sogar entwickeln.

Für Programmierer gibt es wirklich sehr viele Beschäftigungsfelder innerhalb der Spieleentwicklung:
* Datenbankentwicklung
* Webentwickler
* "Animation Programmer"
* "Physics Programmer"
* "Graphics Programmer"
* "Tools Programmer"
* "Shader Programmer"
...

Es hängt einfach zu stark von der Firma ab...

@beast: Du klingst aktuell noch ziemlich naiv, also informiere dich erstmal richtig, was "Spieleentwicklung" überhaupt bedeutet. In der Spieleentwicklung kommt es eher auf Referenzen wie private Projekte als auf einen Abschluss an. Allwissend wirst du nie sein.


jaenicke - Sa 14.05.11 12:31

user profile iconbeastofchaos hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
In der Oberstufe werd ich Mathematik als LK und Informatik als GK(hoffentlich) haben.
Das hatte ich auch, aber in deinem Alter hatte ich gerade erst meinen ersten PC bekommen. :mrgreen:

user profile iconbeastofchaos hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
aber ich denke, dass ich iwie das umfangreichste und schwerste Studium haben will, damit ich danach "allwissend" bin :)
Jaja, bevor man das Abitur hat, will man alles wissen, wenn man es hat, denkt man, dass man alles weiß, wenn man dann seinen Hochschulabschluss hat, weiß man, dass man im Grunde gar nichts weiß und wenn man Professor geworden ist, hat man erkannt, dass auch alle anderen nichts wissen. ;-)


beastofchaos - Sa 14.05.11 12:52

Weise Worte! xD

Ok, ich werd mich mal auch bei meinen Lehrern und mir bekannten Leuten aus der Softwareprogrammierungsbranche unterhalten. Ich denke, dass man da wirklich einiges an Tipps braucht, um das richtige Studium zu finden, da das bei euch so klingt, dass es seeehr viele Möglichkeiten in der Informatik gibt :/


jaenicke - Sa 14.05.11 13:43

Klar muss dir eins sein: Es ist etwas anderes mal ein paar Stunden an einem kleinen Projekt zu basteln als jeden Tag 8 Stunden zu programmieren.

Mir macht das Spaß, ich mache das gerne und programmiere auch privat noch weiter oder schaue mir neue Sachen auf dem Gebiet an. Aber das gilt nicht für jeden. Nicht jeder, der ab und an mal programmiert, ist gleich dafür geeignet das als Beruf zu machen.

Ob du jetzt an einem Spiel programmierst oder an etwas anderem, ist dabei gar nicht so ein Unterschied. Du bearbeitest ohnehin hauptsächlich den Quelltext. Dass du Mathematik erwähnt hast, ist richtig. Ein großer Teil ist Mathematik und mathematische Logik. Insbesondere bei der Spieleentwicklung brauchst du das extrem viel.

Du hast ja noch Zeit für deine Entscheidung. Ich denke in der Zeit wirst du schon selbst wissen, ob das etwas für dich ist. Wenn ja, wirst du da in Zukunft sicher viel zu tun haben. Und es bedeutet, dass du ständig etwas neues lernst und kennenlernst. :D

user profile iconbeastofchaos hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Lebe in Berlin - vll kennt ihr da schon eine gute Universität
Viel Auswahl gibt es da ja nicht was echte Unis angeht. ;-) Ich war an der TU Berlin. Das war dort auch eine schöne Zeit. Die Ausstattung war wohl schlechter als an der FU (nach dem was ich von dort gehört habe), aber das ändert sich vermutlich ohnehin immer mal wieder.

Zu einer der beiden würde ich dir jedenfalls raten. Die HU ist AFAIK in der Studienrichtung schlechter aufgestellt.


littleDave - Sa 14.05.11 15:01

Ich hatte auch zuerst das Ziel in die Spieleentwicklung zu gehen. Ich hatte mir auch schon überlegt, wo und was mir sehr gefallen würde. Hatte auch schon mehrere Gespräche mit Talent-Scouts, unter anderem von BigPoint und von Crytek. Bei den Gesprächen kam vor allem heraus, dass die Ausbildung eine eher untergeordnete Rolle spielt. Klar ist sie wichtig, aber nicht allein entscheidend. Was ganz wichtig ist, sind eigene Projekte, die du vorzeigen kannst. Wichtig dabei ist, dass schon ein gewisser Komplexitätsgrad erreicht wird - ein einfacher Tetris-Klon ist da eher nicht so gut. Was die halt sehen wollen, dass du dich wirklich für das Thema interessierst, dahinter stehst und dich auch für lange Zeit mit einem Thema beschäftigen kannst. Denn man so ein Spiel ist nicht in 2 Wochen erstellt und die Einarbeitszeit und bisher vorhandenen Quelltext ist nicht zu unterschätzen. Daher wollen die halt schon vor der Einstellung von neuen Mitarbeitern sehen, ob es überhaupt was werden kann.

Im Moment arbeite ich als Softwareentwickler in einem mittelständischem Unternehmen und muss sagen, dass mir das wirklich Spaß macht. Ich habe sehr viel Abwechslung (Kundenprojekte, Akquise, Coaching, usw.) und die Kundenprojekte an sich sind auch immer unterschiedlich. Da ich das noch eine weile weitermachen will, habe ich die Spieleentwicklung erstmal berufsmäßig auf Eis gelegt (privat mache ich an meinen Projekten weiterhin weiter). Falls ich jedoch mal einen Tapetenwechsel haben will, werde ich die Spieleentwicklung als Beruf wieder aus dem Winterschlaf aufwecken (außer ich bekomme ein wirklich gutes Angebot, denn die Spieleentwicklung ist wirklich ein Hobby von mir :-)).

Eine Ausbildung zum Softwareentwickler ist übrigens wirklich eine Überlegung wert. Gerade die Praxiserfahrung ist wirklich Gold wert.


Delphi-Laie - Sa 14.05.11 15:30

Programmieren ist intellektuelle Schwer(st)arbeit. Man muß sich sehr konzentrieren, und das (werk-)täglich mehrere bis viele Stunden, und etwas anderes als (leider ungesunde) Bildschirmarbeit dürfte kaum anfallen. Ich merke das schon bei meinen Freizeitprogrammierungen, doch die machen mir noch Spaß. Etwas anderes ist es, wenn man mit einer Aufgabe betraut wird, mit der man sich nicht (oder wenigstens nicht volllständig) identifizert, und das kommt sicher gelegentlich vor.

Ich kann mir durchaus vorstellen, daß man von diesem Beruf insgesamt so ermüdet, daß man ausbrennt und man dadurch letztlich in diesem Beruf nicht mehr zu arbeiten imstande ist. Wer programmiert mit voller Leistungsfähigkeit bis zur Rente durch? Ich kann es mir kaum vorstellen, daß das jemand so lang durch-/aushält.


jaenicke - Sa 14.05.11 15:57

user profile iconDelphi-Laie hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Programmieren ist intellektuelle Schwer(st)arbeit. Man muß sich sehr konzentrieren, und das (werk-)täglich mehrere bis viele Stunden
Richtig, und man muss viele Sachen im Hinterkopf haben, die Gesamtstruktur, Abläufe, Objektstrukturen usw., und beachten, damit man nicht andere Teile des Codes bricht. Aber man gewöhnt sich daran.

Klar gibt es auch Tage, wo man einfach nicht so gut weiterkommt, weil man nicht ganz bei der Sache ist was die Konzentration angeht. Dafür gibt es andere Tage, an denen man sich fragt wie man das alles geschafft hat in der kurzen Zeit. Das ist denke ich normal und solange sich diese Tage die Waage halten auch kein Problem.

user profile iconDelphi-Laie hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Wer programmiert mit voller Leistungsfähigkeit bis zur Rente durch? Ich kann ich mir kaum vorstellen, daß das jemand so lang durch-/aushält.
Ich kann mir das durchaus für mich zumindest vorstellen. Und ich glaube wer den Beruf gern macht, für den ist das auch weniger das Problem.

Das größere Problem wird später vermutlich eher die ständige Weiterbildung. Ich programmiere ja nun schon eine ganze Weile und lerne immer noch ständig dermaßen viel dazu, neue Sprachen, neue Sprachfeatures, neue Techniken, Produkte, Plattformen, ... und das gehört bei dem Beruf eben dazu, das weiß jeder, der diesen ausübt.

In meinem Alter ist es einfach zu sagen, das ist bestimmt kein Problem später. Aber wenn man mit anderen spricht, die ins Rentenalter kommen, merkt man, dass das nicht so selbstverständlich ist. Die Hoffnung bleibt natürlich, dass die Neugier dafür so groß bleibt, dass es kein Problem sein wird. :mrgreen:


beastofchaos - Sa 14.05.11 17:29

user profile iconjaenicke hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:


user profile iconbeastofchaos hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Lebe in Berlin - vll kennt ihr da schon eine gute Universität
Viel Auswahl gibt es da ja nicht was echte Unis angeht. ;-) Ich war an der TU Berlin. Das war dort auch eine schöne Zeit. Die Ausstattung war wohl schlechter als an der FU (nach dem was ich von dort gehört habe), aber das ändert sich vermutlich ohnehin immer mal wieder.

Zu einer der beiden würde ich dir jedenfalls raten. Die HU ist AFAIK in der Studienrichtung schlechter aufgestellt.


Also mein Bruder kennt sich auf dem Gebiet auch ein bisschen aus und meinte, dass Potsdam in dem Gebiet bekannt ist und ich dort gute Chancen bekommen könnte :)