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Off Topic - Abschluss Fernstudium mit Studium an Uni/FH vergleichbar?
pwsolaris - Fr 13.05.11 14:09
Titel: Abschluss Fernstudium mit Studium an Uni/FH vergleichbar?
Hallo,
da hier ja in letzter Zeit ein paar Themen über Studiengänge & Co. aufgemacht wurden, wollte ich jetzt auch mal etwas dazu wissen.
Ich würde gerne ein Fernstudium absolvieren um mich selber neben der Arbeit weiter fortbilden zu können.
Aber diese Studiengänge kosten natürlich auch ein wenig Geld und bevor ich damit nun mein Geld zum "Fenster raus werfe", falls diese Zertifikate und Zeugnisse nicht überall gleichermaßen anerkannt werden, wollte ich mich mal erkundigen, ob hier schon jemand Erfahrungen mit Fernstudiengängen sammeln konnte.
Ich habe bisher selber zwei Meinungen dazu gehört. Die einen sagen, dass es hoch angesehen wird (teilweise höher als ein normales Studium), weil man nicht nur fachlich etwas auf dem Kasten haben muss, sondern auch noch die Planung der Zeit und Arbeit übernehmen muss und daher auch ein gewisses organisatorisches Talent haben muss. Andere wiederum sagen, dass nichts über ein richtiges Studium an einer Uni geht, da dort viel mehr Wissen vermittelt werden kann.
Ich möchte nun nicht die Arbeit ausfallen lassen, um zur FH oder Uni zu gehen da ich mich irgendwie ans Geldverdienen gewöhnt habe :D
Hidden - Fr 13.05.11 18:00
Hallo,
Dann rate ich auch mal: Ich könnte mir beides vorstellen. Wahrscheinlich hängt es davon ab, wer deine Bewerbung nun gerade in die Hand bekommt.
Ein zeitlich abgetrenntes Studium an der Uni bringt dir objektiv mehr, weil du dich besser darauf konzentrieren kannst([url=
http://www.br-online.de/br-alpha/geist-und-gehirn/geist-und-gehirn-video-folge-156-multitasking-ID1266488794113.xml]nicht zuletzt, weil wir das mit dem Multitasking eigentlich gar nicht können[/url]). Einsehen kann man das schon dadurch, dass ein Studium eigentlich 24\7 beansprucht - vor allem dann, wenn du noch eigene Interessen im Fachgebiet hast.
lg,
Delphi-Laie - Sa 14.05.11 11:33
Ein Fernstudium ist mehr ein Selbststudium als ein direktes. Man hat weniger Interaktion und Kommunikation mit Kommilitonen und Hochschullehrern, ist mehr auf sich allein gestellt, mehr Einzelkämpfer. Man muß sich so gesehen aktiver mit der Materie auseinandersetzen, auch sind die Anforderungen an das Lanzeitgedächtnis wegen höherer Studiendauer größer, und deshalb kann ich die Behauptung, daß ein Direktstudium mehr bringe, nicht teilen.
Zudem ist die zeitliche und geistige Belastung wesentlich höher, wenn man nebenbei noch arbeitet - vor allem in Vollzeit.
Sollte man ein solches Fernstudium durchhalten, so wird es Personalfuzzies geben, die das realistisch einschätzen können und dementsprechend gebührend bewerten, also davon beeindruckt sind.
Daß ein Fernstudium allein deshalb, weil es ein Fernstudium ist, per se minderwertig ist, bestreite ich entschieden: Hochschulen können es sich gar nicht leisten, den Ruf einzufangen, besonders leicht akademische Abschlüsse zu ermöglichen, auch wenn es natürlich dennoch Anspruchs- und Reputationsunterschiede gibt. Wer ist denn in die öffentliche Beobachtung geraten: Die Fernuniversität Hagen oder die Universtität Bayreuth?
Regan - Sa 14.05.11 11:48
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : |
| Sollte man ein solches Fernstudium durchhalten, so wird es Personalfuzzies geben, die das realistisch einschätzen können und dementsprechend gebührend bewerten, also davon beeindruckt sind. |
Selbe Personaler werden aber auch feststellen müssen, dass wenige bis keine Teamfähigkeit durch das Studium während dieser Zeit erworben wurde. Vielmehr könnte man als Eigenbrödler abgestempelt werden. Die Beteiligung an Angeboten der Uni ist auch beschränkt. Man lernt prinzipiell nur auswendig.
Hidden - Sa 14.05.11 12:39
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : |
Man muß sich so gesehen aktiver mit der Materie auseinandersetzen, auch sind die Anforderungen an das Lanzeitgedächtnis wegen höherer Studiendauer größer [..].
Zudem ist die zeitliche und geistige Belastung wesentlich höher, wenn man nebenbei noch arbeitet |
Genau, es fällt also schwieriger dabei auch etwas zu lernen.
Dass von zwei Absolventen mit gleichen Noten der Fernstudent mehr Aufwand überwunden hat, ist glaube ich klar. Bei gleichem Aufwand sollte aber dann an der Uni auch mehr zu erwarten sein :nixweiss:
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : |
| Wer ist denn in die öffentliche Beobachtung geraten: Die Fernuniversität Hagen oder die Universtität Bayreuth? |
Was genau sagt das denn aus? Das sollte man auch erwarten, weil es viel weniger Ferunis gibt.
Als Mathematiker fällt es mir immer schwer, diesen ganzen Fallbeispielen zu folgen: Aus einem gegebenen Ereignis kann man doch nicht auf seine Wahrscheinlichkeit schließen :shock:
lg,
Delphi-Laie - Sa 14.05.11 15:05
Regan hat folgendes geschrieben : |
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : | | Sollte man ein solches Fernstudium durchhalten, so wird es Personalfuzzies geben, die das realistisch einschätzen können und dementsprechend gebührend bewerten, also davon beeindruckt sind. |
Selbe Personaler werden aber auch feststellen müssen, dass wenige bis keine Teamfähigkeit durch das Studium während dieser Zeit erworben wurde. Vielmehr könnte man als Eigenbrödler abgestempelt werden. Die Beteiligung an Angeboten der Uni ist auch beschränkt. |
Nun, wenn man zur gleichen Zeit arbeitet, ist das ein an den Haaren herbeigezogenes Scheinargument. Und wenn man nebenbei in Vollzeit arbeitet, dann kann man gar nichts anderes als nur "nebenbei" zu studieren, meistens nur fernzustudieren. Es ist das menschenverachtende Tagesgeschäft der Personalfuzzies, an jedem Bewerber herumzumäkeln, und sei es noch so an den Haaren herbeigezogen und absurd (Hauptsache, sich selbst finden diese arroganten Schnösels "toll"). Der Arbeitsmarkt im Kapitalismus ist eben nur eine moderne Form des Sklavenmarktes.
Die "Teamfähigkeit" ist ohnehin etwas, was im Studium nur sekunder bedeutsam ist - was allerdings nicht heißt, daß man mir ihr nicht besser führe. Bei den Leistungskontrollen ist nämlich doch jeder auf sich allein gestellt.
Regan hat folgendes geschrieben : |
| Man lernt prinzipiell nur auswendig. |
Tut mir leid, aber das kategorisiere ich schon als Unfug. Ob man auswendig lernt oder nicht (oder auswendig lernen muß oder nicht), hängt von jedem einzelnen und auch von der Art der Studieninhalte, aber doch nicht von der Studienform und der Hochschule ab. Denjenigen, der z.B. in der Mathematik und in der Informatik nur auswendig lernt und es damit sogar zu gewissen akademischen Lorbeeren bringt, möchte ich kennenlernen. Etwas anderes ist es natürlich bei Schwafel- und Laberfächern, etwas gehobener ausgedrückt: bei den Pseudowissenschaften.
Hidden hat folgendes geschrieben : |
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : | Man muß sich so gesehen aktiver mit der Materie auseinandersetzen, auch sind die Anforderungen an das Lanzeitgedächtnis wegen höherer Studiendauer größer [..].
Zudem ist die zeitliche und geistige Belastung wesentlich höher, wenn man nebenbei noch arbeitet |
Genau, es fällt also schwieriger dabei auch etwas zu lernen. |
Richtig, und eben deshalb ist ein Fernstudienabschluß in gewisser Weise eine größere, höher zu bewertende Leistung.
Ralf Jansen - Sa 14.05.11 15:49
| Zitat: |
| Richtig, und eben deshalb ist ein Fernstudienabschluß in gewisser Weise eine größere, höher zu bewertende Leistung. |
Nein. Es gibt keinen zwingenden Zusammenhang das jemand an der Fernuni nebenbei arbeitet und jemand an einer klassischen Uni nicht. Jede Kombination wirst du antreffen.
Die Bewertung der erbrachten Leistung hängt schon am konkreten Lebenslauf einer Person und nicht an einer bestimmten Ausprägung des Abschlusses.
Chemiker - Sa 14.05.11 22:53
Hallo,
| Zitat: |
| Einsehen kann man das schon dadurch, dass ein Studium eigentlich 24\7 beansprucht |
Das war zu meiner Zeit aber nur im 1 Semester.
Bis bald Chemiker
Hidden - Sa 14.05.11 22:57
Hmm, vielleicht kommt es doch noch auf das Studienfach an.
Mathematik liefert auf jeden Fall genug, um alleine mit regulären Übungsserien 24\7 zu machen.
Jakob_Ullmann - So 15.05.11 11:18
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : |
| Richtig, und eben deshalb ist ein Fernstudienabschluß in gewisser Weise eine größere, höher zu bewertende Leistung. |
Ist nicht auch Ziel der Unis, Studenten in Forschungsmethoden einzuführen? Das stelle ich mir bei einer Fernuni schwer vor.
Hidden - So 15.05.11 11:50
Ich würde ohnehin mal behaupten, dass jeder, der ein Fernstudium durchziehen kann, sich auf dem Gebiet auch schon gut auskennt. Für mich hat ein Fernstudium daher eher den Charakter einer lang ausgelegten Fortbildung, ich lasse mich da aber gerne belehren. :gruebel:
Ein Bachelor-Studium wird übrigens zumeißt mit 180 Leistungspunkten bewertet, wobei ein LP/CP 30 Stunden Arbeit entspricht. Bei X Stunden täglichen Aufwands benötigt ihr also im Schnitt ungefähr (14.8 / X) Jahre für den Bachelor und folglich auch für einen Abschluss, der gleichwertig sein soll - sofern aller Stoff neu ist :).
dummzeuch - So 15.05.11 12:10
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : |
Hidden hat folgendes geschrieben : | Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : | | Zudem ist die zeitliche und geistige Belastung wesentlich höher, wenn man nebenbei noch arbeitet |
Genau, es fällt also schwieriger dabei auch etwas zu lernen. |
Richtig, und eben deshalb ist ein Fernstudienabschluß in gewisser Weise eine größere, höher zu bewertende Leistung. |
Es mag zwar eine hoehere Leistung des einzelnen sein, aber fuer den Personaler zaehlt vor allem der potentielle Vorteil fuer seine Firma. Und da ist es ihm ziemlich egal, ob der Bewerber neben der Arbeit studiert oder im Fussballclub aktiv ist, die Belastung fuer ihn war dieselbe (und wenn ich mich in meiner Freizeit intensiv damit beschaeftige Sandburgen zu bauen, ist das auch eine Belastung). Also ein Fernstudium mit einem Abschluss von 2 wuerde vermutlich genauso bewertet wie ein regulaeres mit derselben Note.
Wenn aber der Bewerber zusaetzlich durch seine vorherige Taetigkeit Erfahrung mitbringt, wird er das hoeher einschaetzen und zwar umso hoeher, je aehnlicher die Taetigkeit der vorherigen ist. ("Erfahrung in der Anwendungsdomain"). Noch besser ist es, wenn er zeigt, dass er das Wissen aus beiden Taetigkeiten bereits verknuepft hat.
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