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Off Topic - Und fort ist er ...
Delete - Sa 24.01.04 20:31
Titel: Und fort ist er ...
... der Florian, seines Zeichens Herr über das Heer der Arbeitssuchenden. Allerdings bleibt, wie ich hörte, sein Einsatz nicht unbelohnt: für 2 Jahre bekommt er noch Gehalt.
Hört sich sarkastisch an, ist auch so gemeint - leider dürfte dem Volk damit noch schwerer zu vermitteln sein, warum Reformen dringend notwendig sind, wenn man gleichzeitig solche Entscheidungen trifft. Und das ist das Traurige dabei, da Gerster sicher nicht am Hungertuch nagt.
Und die Moral von der Geschichte?
Sorry, aber in Handlungen, die auf dieser Ebene spielen, kommt grundsätzlich keine Moral vor.
Popov - Sa 24.01.04 21:00
Wird er jetzt Arbeitslos? Nein, glaube ich nicht ...
Ich hab mal an einer etwas gehobenen Veranstalltung teilgenommen. Mit gehobenen meine ich, daß da Leute aus der Wirtschaft teilnahmen, die etwas zu sagen haben oder zu sagen hatten (hatten, weil sie sich ins Privatleben zurückgezogen haben). Wie schon bemerkt: "ins Privatleben zurückgezogen haben". Ich hab mit den Leuten gesprochen und es kristalisierte sich ein Erkenntnis heraus, die zwar kein Geheimnis ist, aber nicht so allgemein bekannt ist: es gibt Menschen die werden nie arbeitslos. Doch, es gibt solche Menschen. Ich meine damit nicht Menschen, die sehr schnell sich einen neuen Job suchen. Nein, solche Menschen meine ich nicht. Ich meine die besondere Kaste der Menschen auf der Welt die nie arbeitslos werden, weil sie sich auf einer bestimmten Ebene befinden. Diese Menschen sind irgendwie wertvoll für ande. Das werden sie nicht weil sie den richtigen Beruf erlernt haben und Spezialisten sind, sondern weil sie Beziehungen haben (bzw. erarbeitet haben) oder sehr viele Gefallen anderen getann haben und jetzt die Früchte ernten können.
Unsere Florian wir also nicht seine eigene Anstallt in anspruch nehmen, sondern irgendwie nach oben fallen. Zuerst hatt er für die Übergangszeit genug Geld (er kriegt noch 2 Jahr Gehalt) und kann sich die Angebote die er bekommt in ruhe aussuchen.
Es ist traurig, daß einer der versagt hat oder Mist gebaut hat, auf dieser Ebene nicht irgendwie bestraft wird. Er kriegt einfach einen neuen Job. Durch die zwei Jahre die er auf der Stelle tätig war ist er für die Wirtschaft so wertvoll geworden, daß sein neuer Job garantiert viel besser dotiert ist als der alte. Dafür hat er einfach zu vielen einen Gefallen getan.
Spieler1 - Sa 24.01.04 21:38
Wer ist denn Florian?? :nixweiss:
Delete - Sa 24.01.04 21:43
Na ja, ich möchte mir nicht anmaßen, die Arbeit von Gerster zu bewerten. Die ein oder andere unpopuläre Entscheidung musste sicher getroffen werden. Das Problem waren eigentlich mehr die Dinge, die über
ihn bekannt geworden sind -
Er hatte (hat!) ein recht üppiges Gehalt, und weil er nicht aus seinem Heimatort weg wollte, wohnte er im Hotel (sicher nicht im 1-Bett-Zimmer) und ließ sich mit dem Dienstwagen nach Hause fahren. (Ich weiß nicht, ob´s Gerster war; also Angabe ohne Gewähr: ) Wenn er den Dienstwagen privat nutzen wollte, dann musste ein zweites Auto hinterher, damit der Fahrer wieder zurück nach Nürnberg kam. Das neu renovierte Büro natürlich nicht zu vergessen.
Und gleichzeitig wurden an allen Ecken und Enden Leistungen usw. gekürzt. Da passte das Verhalten von Gerster irgendwie nicht ins Bild des "Sparen müssens", bzw. es entstand der Eindruck, dass er überall spart, nur bei sich selbst nicht.
Und das sollen bspw. Familien begreifen, die durch Kürzungen quasi vor der Verarmung stehen? Von denen Mobilität gefordert wird, auch ohne dass sie dafür extra entschädigt werden?
Aber wie du schon geschrieben hast, @Popov: wenn man weit genug oben ist (ob nun in der Politik oder in der Industrie - was im Endeffekt das gleiche ist), dann hast du meist Narrenfreiheit. Du stopfst dir die Taschen voll und begründest das mit deinem Anspruch darauf. Punkt. So einfach kann das Leben sein.
Das Problem ist, dass die Leute dadurch das Vertrauen in die Politik verlieren und sich (zu Recht?) sagen:
| Zitat: |
| Es ist egal wen wir wählen. Die besch**** uns ja eh alle. |
Und die so genannten Volksvertreter kalkulieren damit, dass die enttäuschten Menschen den Wahlurnen den Rücken kehren. Dadurch ändert sich nämlich nichts für sie. Ich schätze mal, die größte Angst von
denen dürfte sein, dass plötzlich alle Nicht-Wähler ihre Meinung ändern und ihr Kreuz abseits von den großen Parteien (aber nicht zu weit abseits nach links oder rechts!) machen. Das dürfte den ein oder anderen schlafenden Abgeordneten aufrütteln.
patrick - So 25.01.04 12:37
| Spieler1 hat folgendes geschrieben: |
| Wer ist denn Florian?? :nixweiss: |
Florian Gerster der (Ex)BA-Chef.
Raphael O. - So 25.01.04 12:39
| patrick hat folgendes geschrieben: |
| (Ex)BA-Chef. |
Wobei BA hier nicht die Fluggesellschaft sondern die Bundesanstalt für Arbeit ist :D
Christian S. - So 25.01.04 12:44
Die inzwischen, glaube ich, aber Bundesagentur heißt. Ich möchte nicht wissen, was die Umbenennung gekostet hat!
MaxiTB - So 25.01.04 13:13
*lol*
BA heißt bei uns Bank Austria *g*
Ich verstehe nicht die Dramatik ... Leute kommen, Leute gehen ... ist doch ganz normal. :roll:
Delete - So 25.01.04 13:41
Die Dramatik, die du nicht verstehst, ist u.a. die Tatsache, dass die wenigsten Leute, die (ob nun aus eigenem Antrieb oder gezwungenermaßen) ihre Firma verlassen, noch weiter Gehalt von ihr bekommen. Um nur ein Beispiel zu nennen.
Ich kenne mehr als genug Leute, die im letzten Jahr freiwillig Lohnkürzungen hingenommen haben, um ihren Job zu behalten, bzw. die auf das Weihnachtsgeld verzichtet haben. Wenn du denen ein vernünftiges Argument liefern kannst, warum Florian Gerster gleicher als die anderen ist, dann will ich nichts gesagt haben.
MaxiTB - So 25.01.04 13:55
::MathiasSimmack
Ach soo ... okay ...
Scheinbar ist das in Deutschland anders als bei uns hier mit den Weiterzahlungen.
Z.B. werden in Spitzenpositionen immer Verträge über 3 oder 5 Jahre gemacht ... dabei ist eine Lohnweiterzahlung für 6 Monate, 12 Monate oder 18 Monate ganz normal (soviel zum Thema Wirtschaftbosse und ähnliches).
Das AMS (Arbeitsmarkt Service - jo, bei uns gabs auch so eine sündteure, sinnlose Umbenennung dank Sozis) ist bei uns eine staatliche Angelegenheit; daher, das sind alles Beamte und unkündbar. Weiters kann man Beamte immer nur auf besser bezahlte Posten versetzen ... daher ist da sogar noch normaler.
Ich verstehe schon die Aufregung; aber wie gesagt, ich sehe da nix abnormales, weils bei uns jeden Tag praktiziert wird - das Otto-Normalbürger nicht in den Genuß von solchen Verträgen kommt ... tjo, das ist eine andere Sache ...
Adrian - Mo 26.01.04 09:23
Servus!
| MaxiTB hat folgendes geschrieben: |
Ich verstehe schon die Aufregung; aber wie gesagt, ich sehe da nix abnormales, weils bei uns jeden Tag praktiziert wird ... |
Das ist genau der Fehler, den die Meisten machen (nix für ungut, MaxiTB), wenn ein "Großkopfeter" Mist baut, wird er mit einem Haufen Geld auf einen andern Posten geschoben - und man sieht das als Normal an.
Es wird Zeit, daß wir uns daran machen, das, was 1848 begonnen wurde, zu Ende zu bringen!
Gruß,
Adrian
neojones - Mo 26.01.04 11:09
Die Beispiele aus der Gerster-Schublade gehen ja noch weiter.
Man schaue sich Klaus Zwickel und Josef Ackermann an, die dafür, dass Sie Vordafon ziemlich ruiniert haben, noch riesige Abfindungen kassieren. Oder Herrn Schmidt von der Mobilcom, der sein eigenes Unternehmen betrogen hat und straffrei dafür ausgeht.
Man betrachte Ex-Kanzler Kohl. Straffrei trotz Schwarzgeldes. Oder Max Strauss, der es auf Grund seine politischen Verflechtungen geschafft hat, das Verfahren in München zu blockieren und jetzt in Augsburg vor Gericht steht, weil die Münchner Richter zu feige waren.
Derlei Beispiele gibts doch einen Haufen. Wer in den führenden Etagen Müll macht, bekommt dafür Geld. Wer in den führenden Etagen tausende Mitarbeiter entlässt, bekommt dafür Geld. Schaut euch mal den Aktien-Markt an. Ein Unternehmen kündigt eine "Downsizing"-Maßnahme an und bekommt dafür von den Aktionären Lob und der Wert des Unternehmens steigt. Paradoxe Welt.
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