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Off Topic - Mit Delphi durch's Studium?
´|` R /\ I | ) O $ - Mi 17.06.09 10:23
Titel: Mit Delphi durch's Studium?
Hallo, Leute.
Hab da mal eine Frage. Da ich zur Zeit im zweiten Semester Informatik studiere würde es mich mal interessieren, ob es unter euch Leute gibt, ( auch Leute, die Leute kennen, bei denen es so ist ) die ihr Studium hindurch mit Delphi gemacht habe.
Bei mir an der Uni ist es so, dass einem immer C/C++ bzw. Java ans Herz gelegt wird. Manche sagen auch, dass Delphi nicht "mächtig" genug ist, und man es daher eigentlich nur für kleine Sachen und zum lernen benutzen kann und dann umsteigen sollte.
Da ich mich aber an Delphi gewöhnt habe ( besonders seine Nutzerfreundlichkeit ), würde ich es gerne weiter nutzen, daher meine Frage.
Danke im Vorraus!
Mit freundlichen Grüßen
´|` R /\ I
F34r0fTh3D4rk - Mi 17.06.09 10:26
Das kommt ganz drauf an. In vielen Studiengängen wird dir vorgeschrieben was du zu benutzen hast. So hat jeder die gleiche "Chance" und die Aufgaben können besser verglichen/korrigiert werden. Als "Außenseiter" hat mans da vielleicht eher schwer, weil man selbst sehen muss, wie man die Probleme in der eigenen Programmiersprache löst.
Vergleicht man allein Delphi (keine Garbage Collection) und Java (Garbage Collection) so sind hier schon starke Unterschiede in der Schwierigkeit diverser Aufgaben zu erkennen. z.B. rekursive Klassendefinitionen (Listen, Graphen, ...) bei denen man in Delphi ganz schon Mühe hat, dafür zu sorgen, dass auch wieder alles freigegeben wird. In Java existiert dieses Problem nicht.
Woanders kann es natürlich so sein, dass man die Wahl zwischen verschiedenen Programmiersprachen hat. Hier muss jedoch nicht zwangsläufig Delphi/Object Pascal dabei sein.
Ich finde, man nimmt die Programmiersprache die einem empfohlen wird. Es ist nicht schwer, eine neue Programmiersprache zu erlernen, gerade wenn man schon mit einer OOP Sprache vertraut ist. Außerdem schadet es nie, mehrere Sprachen zu beherrschen.
mfg
´|` R /\ I | ) O $ - Mi 17.06.09 10:33
Stimmt scho. Bei uns wird auch einiges vorgeschrieben, was wir nutzen müssen. In anderen wird es uns freigestellt.
Ich hab z.B. bald Softwarepraktikum, da müssen wir in ner Gruppe irgendetwas entwickeln ( Spiel, Programm ect. ). Lohnt es sich bei sowas tiefer in Delphi einzutauchen ( um ein Spiel 2D/3D programmieren zu können ), oder sollte man dafür eher Java/C/C++ nehmen?
Danke im Vorraus!
F34r0fTh3D4rk - Mi 17.06.09 10:37
Ich sag mal so: Das ist dir eigentlich völlig freigestellt. Du kannst in all diesen Sprachen gleichermaßen das erreichen was du vorhast. Am ehesten würde ich an deiner Stelle die Programmiersprache nehmen mit der du am besten klarkommst. In Delphi z.B. finde ich die Einbindung von OpenGL sehr einfach (mit der
dglOpenGL.pas [
http://wiki.delphigl.com/index.php/DGLOpenGL.pas]). In Java hatte ich es vor einiger Zeit mal versucht und dann aufgegeben. Aber auch da müsste das kein Problem sein ;). Und C++ ist ohnehin die Lieblingssprache vieler Spieleentwickler. Hier hat man den Vorteil viele Quellen und Infos im Internet zu finden. (z.B. den Quake 3 Sourcecode)
mfg
´|` R /\ I | ) O $ - Mi 17.06.09 10:40
Hm . . . . Da is bei mir immernoch die Frage offen, ob Delphi "mächtig" genug ist, da einige meiner Mitstudenten ( auch Leute aus den höheren Semestern ) sagen, dass es aber einer bestimmten Stelle mit Delphi an Möglichkeiten zuende geht und dann C/C++ bzw. Java kommen muss. Danvn ganz abgesehen finde ich Delphi um einiges besser und übersichtlicher, als sonstige Sprachen.
Danke im Vorraus
jaenicke - Mi 17.06.09 11:04
´|` R /\ I | ) O $ hat folgendes geschrieben : |
| Da is bei mir immernoch die Frage offen, ob Delphi "mächtig" genug ist, da einige meiner Mitstudenten ( auch Leute aus den höheren Semestern ) sagen, dass es aber einer bestimmten Stelle mit Delphi an Möglichkeiten zuende geht und dann C/C++ bzw. Java kommen muss. |
Das sind meistens Sachen wie hardwarenahe Programmierung (C++) oder Netzwerkkomunikation (z.B. RPC) (Java), wo die beiden Sprachen durchaus einiges sehr viel einfacher oder überhaupt erst sinnvoll möglich machen.
Dafür kann insbesondere Java mit den Oberflächen von Delphiprogrammen in keinster Weise mithalten, wenn man sich nicht arg verbiegt. Und die meisten Sachen kann man mit allen Sprachen gut machen.
Ich habe im Studium meistens C++ und Java nutzen müssen, da wäre manches aber mit Delphi auch einfacher gewesen, was in Java ewig gedauert hat. Umgekehrt gibt es auch Sachen, wo ich in Java nur ne Klasse nutzen muss, die in Delphi ohne Zusatzbibliotheken erst langwierig selbst gebastelt werden müssen.
Kurz gesagt: Jede Sprache hat Vorteile auf bestimmten Gebieten. Und im Studium geht es ja gerade u.a. um die Abstraktion von spezifischen Sprachen. So dass man für eine Aufgabe die dafür am besten passende Sprache auswählen kann. Es gibt eben nicht "die beste" Sprache, sondern immer nur für einen Zweck eine besser oder schlechter passende Sprache.
jasocul - Mi 17.06.09 11:06
Man kann mit Delphi im Prinzip alles programmieren, außer Treiber.
Welche Programmiersprache man nimmt, hängt in der Regel von der Problemstellung ab. Es gibt Dinge, die sind mit C++ einfacher und andere Sachen sind mit Delphi besser zu lösen.
Wenn du also zusätzlich C++, Java, ... lernst, kann es auf keinen Fall schaden und du hast den Vorteil für die speziellen Probleme das beste Werkzeug nehmen zu können.
´|` R /\ I | ) O $ - Mi 17.06.09 11:12
Naja, "zusätzlich" . . . is ja auch blöd, wenn man alle drei Sprachen nur ein bischen macht. Da sollte man doch eher eine richtig nehmen, oder irre ich da? o.O
MfG
Robert.Wachtel - Mi 17.06.09 11:15
´|` R /\ I | ) O $ hat folgendes geschrieben : |
| Naja, "zusätzlich" . . . is ja auch blöd, wenn man alle drei Sprachen nur ein bischen macht. Da sollte man doch eher eine richtig nehmen, oder irre ich da? o.O |
Nein, man sollte mindestens drei Programmiersprachen richtig beherrschen... :mrgreen:
Ramon - Mi 17.06.09 11:15
Sicherlich ist auch in Delphi das meiste möglich, nur der Aufwand zu groß.
Gerade Java spielt ja seine Stärken bei der Webentwicklung in Kombination mit einem Applicationserver aus. Ich kenne nichts Vergleichbares für Delphi.
´|` R /\ I | ) O $ - Mi 17.06.09 11:18
Ok, danke.
MfG
Robert.Wachtel - Mi 17.06.09 11:19
Ramon hat folgendes geschrieben : |
| [...] Webentwicklung in Kombination mit einem Applicationserver aus. Ich kenne nichts Vergleichbares für Delphi. |
Delphi Prism i.V.m. ASP.NET ;)
Popov - Mi 17.06.09 11:51
´|` R /\ I | ) O $ hat folgendes geschrieben : |
| Manche sagen auch, dass Delphi nicht "mächtig" genug ist, und man es daher eigentlich nur für kleine Sachen und zum lernen benutzen kann und dann umsteigen sollte. |
Legenden halten sich lang. Legenden kriegt man nicht aus der Welt. Ich hab mal in einem Buch gelesen, das von sich behauptet hat Beschreibung alle Programmiersprachen zu sein, daß Turbo Pascal eine Programmiersprache für Freaks ist. Tatsache, das stand so drin. In dem Buch wurden sogar Programmiersprachen vorgestellt die nie eine Bedeutung in der Programmierung spielten. Ausführlich. Je 20 Seiten über Programmiersprachen die nie in der Geschichte der Programmierung eine Rolle spielten. Programmiersprachen ohne Bedeutung haben mindestens 20 Seiten bekommen, Turbo Pascal hat fünf Sätze bekommen. Delphi hat noch weniger bekommen. Nur zwei Sätze. Einer davon war in etwa: Delphi ist für die Windows-Variante von Turbo Pascal für Freaks die in der Vergangenheit leben. So stand das drin. Da war sogar Profan² gut beschrieben, und Profan² ist mit Delphi programmiert.
Die Mächtigkeit von C++ liegt wohl eher in der Verbreitung. Das ist alles. Und wenn du Treiber programmieren willst. Ansonsten ist der Rest Quatsch. Die Leute kennen entweder Delphi nicht oder betrachten es als Konkurrenz.
Timosch - Mi 17.06.09 12:16
Popov hat folgendes geschrieben : |
Die Mächtigkeit von C++ liegt wohl eher in der Verbreitung. Das ist alles. Und wenn du Treiber programmieren willst. Ansonsten ist der Rest Quatsch. Die Leute kennen entweder Delphi nicht oder betrachten es als Konkurrenz. |
...oder als Programmiersprache für Freaks :mrgreen:
uall@ogc - Mi 17.06.09 12:35
Im Studium wirst du immer verschiedene Sprachen durchnehmen (hatte Prolog/C#/Pascal/Ocaml/Java/VHDL u.a.).. Dort wo du dir eine Sprache aussuchen kannst, kanns du doch ohne Probleme Delphi nehmen.
Bei Gruppenprojekten muss man sich halt einigen. Da wird aber im Grunde immer die Sprache genommen die man in der Programmieren Vorlesung gehört hat (die oder eine ähnliche sollte es ja an deiner Uni geben).
Dies wird aber kaum Delphi sein, allein schon weil die Education Version Geld kostet - bei uns war es Java, C#/C++ wäre auch möglich gewesen weil MS mit MSDNAA allein schon mehr bietet als Borland/Embarcadero für Unis. (u.a. Visual Studio kostenlos)
Horschdware - Mi 17.06.09 15:58
Timosch hat folgendes geschrieben : |
...oder als Programmiersprache für Freaks :mrgreen: |
Ich hätte jetzt eher Liebhaber gesagt ;-)
Im Ernst: Delphi wird viel zu oft zu unrecht als "Spielzeug" oder als "nicht ernst zu nehmen" abgetan.
In der Praxis sieht das aber so aus, dass ich beispielsweise gerade in einer Abteilung meiner neuen Firma sitze, die ausschliesslich mit Delphi programmiert und erstaunlich gut damit fährt! Und hier werden keine kleinen Brötchen gebacken, sondern richtig dicke Dinger.
Soll mal einer was gegen Delphi sagen ^^
alzaimar - Mi 17.06.09 16:14
Geh mal praktisch an die Überlegung ran:
Du kannst Delphi für das Studium verwenden.
Du kannst auch Suaheli lernen, oder Yuchi.
Ob Du damit weit kommst, sei dahingestellt.
Delphi ist toll und elegant, nur leider hat die Industrie das nicht verstanden, sondern setzt weiterhin auf C/C++, Java und C# (wobei Java und C# wirklich gut sind. Und bitte keine Glaubenskriege)
Wenn Du später damit Geld verdienen willst, beschäftige dich eingehend mit C# und Java. Delphi würde ich nehmen, um immer mal wieder zu sagen: "Das wär mit Delphi schneller gegangen". Delphi ist ein RAD-Tool, mit dem man funktionierende Anwendungen wirklich in Null-Komma-Nix fertig und lauffähig hinbekommt. Mit den existierenden Industriestandards und -Frameworks kommt es hingegen nur bedingt zurecht. Natürlich geht das alles, aber man kann auch mit einem Fahrrad um die Welt radeln (geht ja schließlich auch).
Ich habe 4 Jahre lang gute Delphi-Programmierer gesucht. Und nur einen gefunden (der Rest war bereits fest angestellt). Dagegen kann ich mir C#- und Javaprogrammierer täglich aussuchen.
Reinhard Kern - Mi 17.06.09 16:41
Hallo,
als potentieller Chef empfehle ich dir dringend: geh nicht in eine Bewerbung mit der Aussage "ich habe Delphi gelernt, wenn sie mich einstellen wollen, müssen Sie ihre Projekte auf Delphi umstellen". Habe ich schon ein paarmal erlebt (aber nicht eingestellt).
Eine Sprache allein macht auch keinen besonders guten Eindruck, also sag lieber "ich kann Delphi, Java und..., aber natürlich kann ich mir in kurzer Zeit auch jede andere Sprache aneignen, wenn das gewünscht wird". Du wirst vermutlich ja noch einige Jahrzehnte programmieren (müssen), da steht es sowieso in den Sternen womit.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern - Mi 17.06.09 16:49
Horschdware hat folgendes geschrieben : |
Im Ernst: Delphi wird viel zu oft zu unrecht als "Spielzeug" oder als "nicht ernst zu nehmen" abgetan.
...
Soll mal einer was gegen Delphi sagen ^^ |
Hallo,
das ist nicht das Problem - aber unter den ernstzunehmenden Sprachen ist Delphi die "proprietärste". Es gibt nur einen einzigen Compiler, und der wird von Investor zu Investor weitergereicht, hat also alles andere als eine sichere Zukunft. Demgegenüber gibt es C/C++ von Grossfirmen wie MS und Intel und dazu noch als Opensource.
Dass Delphi für Systemprogrammierung und Treiber nicht wirklich geeignet ist, wird zwar immer wieder als Nachteil angeführt, aber wer programmiert schon Treiber? In der Praxis schreiben die meisten Programmierer (Windows-) Anwendungen.
Gruss Reinhard
HelgeLange - Mi 17.06.09 18:07
Es gibt noch das Lazarus-Projekt, was wohl relativ gut mit Delphi-Code umgehen kann, AFAIK. Selbst bin ich noch nicht dazu gekommen, grossartig was in Lazarus zu machen. Hab allerdings gesehen, dass dieser auch schon auf 3 Plattformen (Windows, Linux und Mac) läuft und auch die Ankündigungen von Embarcadero sind vielversprechend mit neuem Crossplattform-Compiler etc.
Ich bin mit Delphi hoch-zufrieden und alle Versuche, etwas mehr mit C++, java etc zu machen endeten mit "uhm.. das kann ich in Delphi schneller und einfacher machen". Ok, ich schreibe allerdings auch keine Treiber ;)
Delete - Mi 17.06.09 18:36
Naja, David I. hat auf den DT prophezeit, dass die nächste Delphi-Version mit Cross-Compiler ausgeliefert wird. Wenn die Kinderkrankheiten dann nicht allzu stark ausfallen sollten, würde ich Delphi Lazarus vorziehen.
dummzeuch - Mi 17.06.09 21:39
´|` R /\ I | ) O $ hat folgendes geschrieben : |
Da ich zur Zeit im zweiten Semester Informatik studiere würde es mich mal interessieren, ob es unter euch Leute gibt, ( auch Leute, die Leute kennen, bei denen es so ist ) die ihr Studium hindurch mit Delphi gemacht habe.
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Ich nicht und ich kenne auch niemanden, bei dem das so war.
| Zitat: |
Bei mir an der Uni ist es so, dass einem immer C/C++ bzw. Java ans Herz gelegt wird. Manche sagen auch, dass Delphi nicht "mächtig" genug ist, und man es daher eigentlich nur für kleine Sachen und zum lernen benutzen kann und dann umsteigen sollte.
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Das ist voelliger Quatsch, zeigt nur, dass diese Leute keine Ahnung haben, wovon sie reden, aber ...
| Zitat: |
Da ich mich aber an Delphi gewöhnt habe ( besonders seine Nutzerfreundlichkeit ), würde ich es gerne weiter nutzen, daher meine Frage.
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Du solltest Dich gerade waehrend Deines Studiums nicht so beschraenken. Schau Dir auf jeden Fall auch andere Programmiersprachen an. Damit meine ich nicht nur Java oder C++ oder C# sondern auch funktionale oder rein prozedurale (z.B. C) und so exotische Sachen wie z.B. Prolog oder Lisp an, wenn sich die Gelegenheit bietet. Und Scriptsprachen wie Perl oder Python sind auch nicht unwichtig. Zu guter Letzt sollest Du Dich zumindest etwas mit Assembler beschaeftigen. Such dir aber eine "schoene" CPU aus, z.B. M68000 und nicht ausgerechnet Intel. Es ist egal, welche, es geht um das Prinzip, damit man spaeter weiss, was ein Pointer oder ein Register ist usw. Du wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit danach nie in Assembler programmieren, aber es wird Dir helfen, auch in hoeheren Programmiersprchen zu verstehen, was ablaeuft.
Das ist natuerlich nur meine Meinung. Ich habe es waehrend meines Studiums - das allerdings schon ein paar Jaehrchen her ist - so gehalten und erst danach waehrend meiner beruflichen Laufbahn Delphi kennen und schaetzen gelernt (nachdem ich Visual Basic kennen und hassen gelernt hatte und Cobol als interessant aber zu geschwaetzig empfand). Aber wenn man nicht weiss, was die Konkurrenz zu bieten hat, wie will man beurteilen, was Delphi bietet?
twm
elundril - Mi 17.06.09 21:54
Ein weiterer Grund warum Universitäten Java verwenden ist das die meisten PCs mit irgendeiner Linuxdistribution laufen. (Eh klar, spart ne Menge Geld und man kann es individuell anpassen) Für Linux gibts aber nur Lazarus, was mMn nicht sehr konkurenzfähig mit Borland Delphi ist.
dummzeuch - Mi 17.06.09 22:06
alzaimar hat folgendes geschrieben : |
Geh mal praktisch an die Überlegung ran:
Delphi ist toll und elegant, nur leider hat die Industrie das nicht verstanden, sondern setzt weiterhin auf C/C++, Java und C# (wobei Java und C# wirklich gut sind. Und bitte keine Glaubenskriege)
Wenn Du später damit Geld verdienen willst, beschäftige dich eingehend mit C# und Java.
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Ich sehe das anders: Im Studium sollte man sich gerade nicht auf das festlegen, was in der Industrie einsetzt, sondern sich ein breites Spektrum der Moeglichkeiten ansehen. Man sollte nicht eine Programmiersprache lernen sondern wie man Programmiersprachen versteht und benutzt. Oder allgemein: Man sollte lernen, wie man lernt. Denn gerade in der Softwareentwicklung sind viele Sachen schon nach wenigen Jahren wieder veraltet. Wenn man dann nicht mithalten kann, wird man irgendwann zum alten Eisen.
Nach dem Studium ist immernoch Zeit, die Kenntnisse zu vertiefen. Ein guter Arbeitgeber erwartet von einem frischen Dipl. Informatiker nicht, dass er sich mit Java oder sonstwas ausfuehrlich beschaeftigt hat, er erwartet aber, dass er in der Lage ist, sich darin (oder auch in Delphi oder Cobol) einzuarbeiten. Mein erster Arbeitgeber hat mich erstmal auf einen Cobol-Lehrgang geschickt und mich in Visual Basic programmieren lassen. Beide Sprachen hatte ich vorher noch nie gesehen (Basic nur auf dem C64 und auf dem Atari ST). Trotzdem war ich in der Abteilung nach einigen Monaten derjenige, zu dem die Kollegen mit kniffligen Problemen gingen. Aehnliches passierte mir auch bei einem spaeteren Job, wo ich Delphi erst kennenlernte (Hatte vorher nur Turbo-Pascal bzw. Virtual Pascal gemacht) und wenige Monate spaeter zur Kerntruppe gehoerte. (OK, ich bin ein Angeber ;-) Aber ich bin gut.)
| Zitat: |
Ich habe 4 Jahre lang gute Delphi-Programmierer gesucht. Und nur einen gefunden (der Rest war bereits fest angestellt). Dagegen kann ich mir C#- und Javaprogrammierer täglich aussuchen. |
Aber sind die auch gut?
Und wieso sollte es dann eine Empfehlung sein, das zu lernen, wo es jetzt schon jede Menge Bewerber gibt?
Jemand, der in der heutigen Zeit Delphi programmiert, ist entweder geistig zu unflexibel, um noch etwas anderes zu machen, oder hat sich diese Sprache freiwillig ausgesucht, weil er ihre Moeglichkeiten erkannt hat. In einem Bewerbungsgespraech muss man herausfinden, zu welcher Gruppe der Bewerber gehoert. Aber, wenn man sowieso Delphi einsetzt, muss auch ein Bewerber aus der ersten Gruppe nicht unbedingt schlecht sein, wenn er Delphi in und auswendig kennt und dafuer andere Leute entlastet, die dann Zeit fuer wichtigeres haben.
Aber der Effekt ist natuerlich, dass man als Firma irgendwann ueberlegt, ob man nicht auf eine Sprache umschwenkt, bei der das Angebot an Programmierern groesser ist. Da kann man besser die Gehaelter druecken ;-)
twm
dummzeuch - Mi 17.06.09 22:15
Reinhard Kern hat folgendes geschrieben : |
als potentieller Chef empfehle ich dir dringend: geh nicht in eine Bewerbung mit der Aussage "ich habe Delphi gelernt, wenn sie mich einstellen wollen, müssen Sie ihre Projekte auf Delphi umstellen". Habe ich schon ein paarmal erlebt (aber nicht eingestellt).
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Was, ernsthaft? Solche Bewerber gibt es? Ich wuerde mich gar nicht erst als Delphi-Programmierer bewerben, wenn Delphi nicht gewuenscht ist.
| Zitat: |
Du wirst vermutlich ja noch einige Jahrzehnte programmieren (müssen), da steht es sowieso in den Sternen womit.
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Wenn ich so drueber nachdenke: Vielleicht sollte man einem Informatik-Studenten sowieso raten, besser nicht in die Softwareentwicklung zu gehen. Wer daran keinen Spass hat, den reibt der Job auf. Und wenn man Spass daran hat, dann kann einem der Job diesen verderben.
Also an alle potentiellen Dipl. Informatiker: Brecht Euer Studium ab und lernt etwas vernuenftiges. Handwerk hat goldenen Boden. Elektriker, Maurer und Klempner werden nicht nach Indien outgesourced. Und zumindest als Selbstaendiger kann man da Stundenloehne nehmen, von denen Softwareentwickler nur traeumen.
twm
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