Entwickler-Ecke

Off Topic - Patente


Andreas L. - Mi 27.08.03 16:13
Titel: Patente
Die Europäische Kommission (EUK) schlägt vor, die Patentierung von Patenten auf Datenverarbeitungsprogrammen als solchen zu legalisieren und sicher zu stellen, dass breite und triviale Patente auf Programm- und Geschäftslogik, wie sie derzeit vor allem in den USA von sich reden machen, künftig auch hier in Europa Bestand haben und von keinem Gericht mehr zurückgewiesen werden können. Der Vorschlag für eine Richtlinie über Softwarepatente, der dem Europäischen Parlament am 1. September zur Entscheidung vorgelegt wird, gibt Anlass zu einer weiteren Protestwelle.

Schließt euch den Vorschlag einer Online-Demonstration gegen Logik- und Softwarepatente an. Wenn ihr mehr über Softwarepatente erfahren möchtet, besucht die Seite des FFII. http://www.ffii.org

Freiesoftware und sogar eigene Texte dürfen nicht mehr im Internet veröffentlicht werden wenn diese nicht patentiert werden. Somit könnt ihr alle eure HP`s dicht machen und das DF gibts dann auch nimmer lange.


Delete - Mi 27.08.03 16:33

Du kennst also alle HP's der Benutzer hier und kannst mit Bestimmtheit sagen, dass sie gegen Patente verstoßen? Gegen welches Patent verstößt denn das DF?

Ach noch was. Mein LuckieDIPS ist Freeware, gegen welches Patent verstößt es? Da du dich ja auszukennen scheinst, zu mindest machst du hier ganz schönen Wind, wäre ich glücklich, wenn du mich da beraten könntest.

Anmdererseits gewinne ich mehr und mehr den Eindruck, du gröllst die Parolen nur mit, weil es alle tun.


UGrohne - Mi 27.08.03 18:13

Naja, ich hab mir das jetzt mal durchgelesen, vll. übertreibt onlinehome da ein klein wenig mit privaten Sites, aber Punkt ist doch, wenn das so ist, wie es auf der Seite steht, werden programmierer in Zukunft ziemlich zu kämpfen haben. Denn es wäre dann möglich, irgendwelche Programmabläufe oder Code-Fetzen, also Ideen, die bisher nicht patentierbar waren, vor Gericht einzufordern. Du könntest also wegen Ähnlichkeit einer Funktion mit einem anderen Programm, dass dieses VOrgehen hat patentieren lassen, auf Gebühren verklagt werden.

Wenn ich das richtig sehe.

Sollte das so sein, in Zukunft, werde ich das private Programmieren auf jeden Fall sein lassen (also das Veröffentlichen)


Andreas L. - Mi 27.08.03 18:55

@Luckie: Warum sollte nicht jede private Page gegen Patente verstoßen??? Stelle dir vor jemand belegt ein Patent auf Hyperlinks oder Bildern oder sogar diese schöne horizontale Linie? Nicht nur Programmier sidn betroffen. Auch komplette Betriebssysteme sind betroffen. Linux, BSD und so haben dann keine Chance mehr.


Gausi - Mi 27.08.03 19:21

Also, jetzt übertreibst du wirklich n bissel. Ich glaube nicht, dass sich irgendwer die Horizontale Linie oder Hyperlinks patentieren lassen kann. Dann könnte ich ja auch hingehen, und mir den Buchstaben "e" patentieren lassen. Irgendwo hörts halt auf.
Und w*h*, d*n b*nutzt dann noch j*mand auf di*s*r schön*n *rd* :wink:


Popov - Mi 27.08.03 21:45

Liebe Leute, regt euch nicht auf. Das Ding wird kommen und sich durchsetzten. Da sind einfach zu einflußreiche Organisationen drann und die schmieren zu gut.

Ob man dann ein Officeprogramm patentieren kann galube ich nicht, aber sowas wie dem MP3 Algorithmus. Dann könnte das Fraunhofer Institut ihre Erfindung patentieren und natürlich Tantiemen verlangen. Solche Software wie Lame-MP3-Encoder wären dann nicht legal oder müßten Patentgebühren zahlen, auch wenn der Encoder komplett entwickelt worden ist. JPG als Bildformat könnte dann auch geschützt werden, da er einem Projekt entsprungen ist.

Das ganze wird kein Weltuntergang sein, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß man dann ein Rechnungsprogramm als Idee schützen kann. Auch kein Bildbearbeitungsprogramm. Ob mal einen bestimmten Effekt eines Bildbearbeitungsprogramms als Idee schützen werden kann, bleibt abzuwarten. Eine Vorichtung für eine Rolle Toilettenpapier auf dem Kopft (für alle die Schnupfen haben) ist zwar eine geniale Idee, aber man kann sie nicht patentieren. Die Sache ist zu trivial.

Es stellt sich also die Frage ob alles sooo schlim sein wird. Wenn eine Firma wirklich Forschung betreibt um einen Algorithmus zu entwickelt, so stellt sich die Frage warum sie es nicht schützen darf. Stellen wir uns vor, es gäbe eine Firma die nach jahrelanger Forschung ein Programm rausbringt, das mit einer Webcam anhand der Augenbewegung und Gesichtsausdrucks die Maus korrekt plaziert und auch anklickt. Eine Maus wäre dann nicht mötig, höchstens bei Feinarbeiten. Und dann? Dann kommt Microsoft, programmiert es nach und baut es in ihr Betriebssystem ein. Natürlich behauptet sie dann, daß es ein wichtiger bestandteil des BS ist und man es nicht abschalten kann. Die Firma die es dann entwickelt hat geht irgendwann pleite.

Das ist ja auch das Problem. Microsoft ist keine schlechte Softwarefirma, aber eine Firma die kaum was erfunden hat. Zwar betreiben die auch ein wenig Programmierforschung, aber in der Regel programmieren sie alles mehr oder weniger nach. Durch ihre agresive Geschäftspolitik und die Möglichkeit es über Windows bekannt zu machen oder es mit Windows zu vermischen, drängen sie die Erfinder von Ideen raus und verdienen sich eine goldene Nase, obwohl sie es nicht erfunden haben.

Ich mach mir also da keine Gedanken. Sollange man nur Allgoritmen auf eine besondere Idee schützen kann, aber nicht Altagsprogramme, solange wird es halb so wild sein. Das ganze kann auch zur Vielfalt führen. PNG ist ein geniales Bildformat der Zukunft und GIF weit überlegen. Es stellt sich die Frage ob mam es entwickelt hätte wenn keiner auf den GIF Pak-Algorithmus anspruch erhoben hätte. Noch ist GIF da, aber in paar Jahren kümmert es kein Schwein, da alle ihre Animationen über Macromedia Flash oder PNG machen werden.

Andereseits stellt sich die Frage ob das Internet eine so große Verbreitung gefunden hätte wenn man Softwareideen so leicht schützen könnte. Zwar haben die Scheizer das HTTP Protokol und den HTML Code entwickelt, haben aber nicht an die großen Möglichkeiten gedacht. Erst eine Gruppe in einer Uni hat den ersten Browser erfunden. Welcher Teil ist jetzt der wichtige? Hätten die Schweizer das Protokol patentiert, dann hätte bestimmt kein Schwein einen Browser dafür entwickelt. Die Welt würde dann über ein anderes Protokol komunizieren.

Alles hat seine zwei Seiten und es gibt immer eine Lösung.


Delete - Mi 27.08.03 23:06

Nun ja, den Fortschritt eines Vorganges visuell zu veranschaulichen ist eigentlich genauso trivial, wie dein Rolle Klopapier auf dem Kopf (siehst übrigens selten dämlich damit aus :mrgreen:). Aber trotzem hält IBM, glaube ich, das Patent darauf.

Das ist es ja, um was es geht. Es wurde mal gesagt, das selbst SAP dicht machen müßte, weil es sich nicht die patente leisten könnte. :shock: Was ist dann erst mit den 10 Mann-Firmen?


Popov - Mi 27.08.03 23:31

Patente die sich keine Softwarefirma leisten kann kann sich kein Erfinder leisten. Entweder die machen es selbst und machen ein propitäres System oder sie machen es gunstig, so daß sie es an der Menge verdienen. Propitäre Systeme gibt es in massen. Eine geniale Erfindung gemacht zu haben bedeutet noch lange nicht, daß es ein Erfolg wird. MP3 zum Beispiel wäre ohne das Internet einen Dreck wert. Es war einfach zu richtigen Zeit da. Ich weiß es nicht ob die ein Patent drauf haben, aber so ohne weiteres kann man MP3 glaube ich nicht nutzen. Warum weiß ich nicht so genau. Aber kostenlos kann man es nicht nutzen. Dennoch, Microsoft hat ein Format entwickelt, daß noch besser und doppelt so gute Komprimierung hat. Gemacht haben die es um nichts an das Frauhofer-Institut zu zahlen. An was hat das Frauhofer-Institut jetzt die Rechte: an der Idee der Tonkonprimierung oder an dem Code selbst?


DeCodeGuru - Mi 27.08.03 23:33

Diese ganze Chose wurde schon vor ca. nem 3/4 Jahr schonmal durchgekaut, bzw. da habe ich einen recht interessanten Artikel gelesen (wenn ich den finde, poste ich mal den Link). Meiner Meinung nach wird die ganze Sache völlig übertrieben!!! Außerdem finde ich es völlig ok, wenn sich Firmen einen komplexen Algorithmus, in dem wirklich viel Aufwand drin steckt, patentieren lassen. Warum denn nicht, ich meine, die haben Geld investiert, haben einen genialen Code entworfen, der dann ggf. geklaut wird. Die Firmen, die den Code dann geklaut haben, tragen nur die Personalkosten für die Analyse des Algos, aber nicht die Entwicklungskosten und das ist IMHO nicht ganz korrekt.

Sicherlich müsste es da bestimmten Richtlinien geben, nach denen Patente vergeben werden, aber die wird es geben, denn keiner gibt einem ein Patent auf den HR-Tag (bezieht sich auf den Post von Onlinehome). Das wäre ja so, als würde jemand sich den Befehl IntToStr o.ä. patentieren lassen. Nun ja, trotzallem finde ich, dass das einen recht interessanten Diskussionsstoff liefert.


Delete - Do 28.08.03 01:52

DeCodeGuru hat folgendes geschrieben:
Außerdem finde ich es völlig ok, wenn sich Firmen einen komplexen Algorithmus, in dem wirklich viel Aufwand drin steckt, patentieren lassen.

Ja, das ist schon OK, nur sind leider auch so triviale sachen, wie Fortschrittsanzeige usw. auch betroffen. Kuck mal hier, was alles patentiert ist: http://patinfo.ffii.org/patente.html (Archivieren von E-Mail, Paletten mit Reitern (Tabsheets), Fortschrittsbalken, Musikkompression, Umwandlung von Win95-Dateinamen in WinNT-Dateinamen, Abfangen eines Virus in einer simulierten Systemumgebung).
Also solltest du ein E-Mail Client schreiben, der das Runterladen von eienm Server mit einer Fortschrittsanzeige visualisiert und du ein eigenes Dateiformat entwickelst, um die E-Mails zu speichern, verletzt du schon zwei Patente. Baust du auch noch im Optionsdialog Tabsheets ein, sind es schon drei. ich freue mich schon auf dein Konsolen E-Mail Client. :mrgreen:


Aya - Do 28.08.03 01:55

Hi,

also ich will ja nix sagen.. aber soweit ich weiß muß man um etwas Patentieren zu lassen beweisen können das man der Erfinder davon ist..

Sprich, wenn ich nen taschenrechner Code, kann ich den nicht Patentieren lassen, da es ja schon massig Taschenrechner gibt ;)

Au'revoir,
Aya~


Gausi - Do 28.08.03 09:45

Ich denke auch, dass man nach viel Entwicklungsarbeit das recht darauf hat, dass einem andere nicht sofort die Idee klauen und damit viel Geld verdienen, nur weil derjenige ein cleverer Geschäftsmann ist. Dazu sind Patente ja wohl da. Bei mp3 ist das ok, beim RSA-Verschlüsselungsalgorithmus auch (ist auch patentiert, glaube ich). Auch bei "Neuheuten" wie Handschrifterkennung, Spracherkennung und sonstigen nichttrivialen Dingen gehört ein (befristetes) Patent drauf.
Gute Ideen gehören geschützt und helfen vielleicht auch, neue Ideen zu entwickeln. Aber triviale Werkzeuge darf jeder benutzen. Oder zahle ich auch für nen Hammer oder Schraubendreher ausm Baumarkt an irgendwen Patentgebühren?
Das mit den TabSheets finde ich krass. Auf was für Drogen war den der, der sich das ausgedacht hat, und vor allem: Was hat der Richter (Patentamtbeamte (?)) geraucht, dass er auf so einen Schwachsinn eingegangen ist...? Muss ich jetzt meine Freeware-Progs umschreiben? Oder darf ich darauf hoffen, dass der Patentinhaber da Milde walten lässt?


mstuebner - Do 28.08.03 10:26

Popov hat folgendes geschrieben:
Das ganze wird kein Weltuntergang sein, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß man dann ein Rechnungsprogramm als Idee schützen kann. Auch kein Bildbearbeitungsprogramm. Ob mal einen bestimmten Effekt eines Bildbearbeitungsprogramms als Idee schützen werden kann, bleibt abzuwarten.

Das ist aber genau der Inhalt des Entwurfs, dass man ALLES, jede Routine, jeden logischen Ansatz und jedes Konzept schützen kann. Lies den Entwurf einfach nochmal.


mstuebner - Do 28.08.03 10:28

DeCodeGuru hat folgendes geschrieben:
Außerdem finde ich es völlig ok, wenn sich Firmen einen komplexen Algorithmus, in dem wirklich viel Aufwand drin steckt, patentieren lassen. Warum denn nicht, ich meine, die haben Geld investiert, haben einen genialen Code entworfen, der dann ggf. geklaut wird.

Das ist aber der springende Punkt. Du hast Dir schon überlegt wie man KOMPLEX und GENIAL vergleichbar ujnd nachvollziehbar definiert? Viel Spass dabei. :)


Gausi - Do 28.08.03 10:53

Naja, ne Definition für komplex und genial ist doch einfach:

Definition: Eine Idee bzw. ein Algorithmus heißt komplex, wenn er
1. In jeder möglichen Implementierung einer gängigen Programmiersprache(*) mehr als 100 Zeilen Programmcode unter Einhaltung der allgemein anerkannten Programmierregeln(**) benötigt oder
2. das Ergebnis von mehr als 2 Jahren Forschungsarbeit eines einzelnen mit bis zu 4 Mitarbeitern ist oder
3. das Ergebnis von mindestens 3 Monaten Forschungsarbeit eines mindestens 5köpfigen Entwicklerteams ist.
(* gängige Programmiersprache: siehe dazu Formblatt 12A, Abschnitt 3-7, 12)
(** anerkannte Programmierregeln: siehe dazu Formblatt 12B, C)

Definition: Eine Idee bzw ein Algorithmus ist genial, wenn er
1. komplex ist oder
2. das Ergebnis eines Geistesblitzes ist. Dabei ist Geistesblitz wie folgt definiert:

Definition: Ein Geistesblitz ist ein plötzlich auftretender Gedankengang eines Einzelnen, der direkt zu einer Lösung eines Problems führt, in das
1. bisher ein einzelner mit höchstens 4 Mitarbeitern mehr als 2 Jahre Forschungsarbeit investiert hat oder
2. ein mindestens 5köpfiges Entwicklerteam mindestens 3 Monate Forschungsarbeit investiert hat.

Anmerkung1: Über die einzelnen Zahlenwerte kann noch diskutiert werden.
Anmerkung2: Ich hatte viel Spass dabei ;-)


Klabautermann - Do 28.08.03 11:04

@Popov: Du gahst davon aus, das der erfinder auch das Patent einreicht. Das ist aber keine zwingende vorrausetzung. Stell dir mal vor, das ein Open Source Pojekt einen neuen genialen Algorithmus entwickelt (soll ja schon vorgekommen sein). Diese Gruppe wird kein Kapital haben um sich das Patent zu leisten, sie zusätzlich das Interesse, das jeder ihre entwicklung unentgeldlich nutzen kann. Diesen Sourcecode schnappt sich nun eine Firma und Patentiert ihn. Die ursprünglichen Entwickler dürfen ihn zwar auch weiterhin verwenden, weil sie ihn nachweislich schon vor der Patentierung einsetzten, aber mit der kostenlosen verwendung durch andere ist es dann vorbei.

Auch triviale Patente werden zu massen vergeben. Vor einer Weile wurde z.B. in der ct drüber berichtet, das sich eine Firma ein Viusualisierungspatent gehohlt hat, das inetwa so beschrieben wurde:
Zitat:
Patentiert wird eine Fortschritsanzeige, die aus zwei Zeichen besteht. Hierbei Symbolisiert ein Zeichen den gesetzten und ein Anderes den nichtgesetzen Wert. Es gibt immer ein Feste anzahl von Zeichen.

Naja, zumindest so ähnlich. Wenn du nun einen Fernseher hast, bei dem die Lautstärkenanzeige so aussieht:

Zitat:
||||||-----------------

Dann ist das Gerät entweder älter als das Patent oder der Hersteller zahlt Lizenzgebühren um diese Anzeige machen zu dürfen.

Dieses ist aber mehr als Trivial und sehr Wahrscheinlich auch nicht von dem Patentinhaber entwickelt. Wie Domaingrabber gibt es auch Patentgrabber und auf grund von unwissenheit in den Patentämtern kommen die mit unheimlich vielen nonsens Patenten durch.

Das Patentrecht in diesem Bereicxh stellt also schon ein Problem dar, solange es nciht wirksame Mechanismen gegen Misbrauch gibt. Narürlich haben Firmen wie Privatleute ein Recht drauf ihre Entwicklungen (wenigstens für ein paar Jahre) zu schützen. Aber es sollten wirklich eigene und nicht triviale entwicklungen sein.

Gruß
Klabautermann


Johwood - Do 28.08.03 11:18

Des wär des Ende für Open-Source....

Und wenn das an amerikanischen Vorbildern genommen ist, dann kann man gar nicht genug übertreiben.

Die sollen sich von den Ammis mal net zu viel abkucken. Sonst dürfen wir bald auf die Mikrowelle schreiben: "Nicht geeignet zum Trocknen von Katzen" und so... ;)


Popov - Do 28.08.03 17:02

Klabautermann hat folgendes geschrieben:
Stell dir mal vor, das ein Open Source Pojekt einen neuen genialen Algorithmus entwickelt [...] Diesen Sourcecode schnappt sich nun eine Firma und Patentiert ihn. ...


Das ist die Situation in der ein Patent, auch wenn es erteilt wurde, unwirksam wird. Wenn es etwas vorher bereits gegeben hat, dann kann es nicht von anderen patentiert werden. Das ist doch die gleiche Geschichte wie British Telecom und der Weblink. Vor Zwanzig Jahren haben die sich die Idee patentieren lassen beim Klick einen Dateninhalt über die Telefonleitung zu holen (oder sowas in der Art). Die glaubten jetzt damit Geld zu machen. Vor Gericht wurde aber durche einen über zwanzig Jahre alten Film bewiesen, daß die Technik bereits früher bekannt war. Pech. Man kann sich nichts patentieren was bereits früher bekannt war.

Ansonsten versteht micht bitte nicht falsch Leute - auch ich bin gegen Softwarepatente. Allerdings mehr wegen der 20 Jahre. Das ist die Softwarebrange und da ist das Leben viel schnelllebiger. Fünf Jahre wären mehr als genug. Zwanzig Jahre ist so, als ob man für das Patent auf Muskete heute von allen Waffenherstellern kassieren würde.

Aber ich mach mir da keine Gedanken. Gestern abend hatte ich zwei Geistesblitze wie man das Arbeiten im Internet erleichern kann. Wenn die Patente kommen, dann werde ich mit eine Sache davon patentieren. Die andere ist leder schon erfunden (hab es bei der Recherche leider Erfahren). Die Idee ist trivial, aber nicht schlecht. Die andere ist aber noch nicht erfunden. Dann machen wir Geld.

Übrigens mußte Microsoft feststellen, daß ihr ActiveX gegen Patentrecht verstößt. Ein Gericht in Usa hat Microsoft zu 521 Millionen Dollar verurteilt.

@Johwood

Des wär nicht des Ende für Open-Source ;) In Usa sind Softwarepatente üblich und ich kann mich nicht erinnern, daß dort OS kein Thema ist.


Johwood - Fr 29.08.03 17:35

Egal, bitte trotzdem hier unterschreiben:

http://petition.eurolinux.org/


recall - So 31.08.03 23:28

Johwood hat folgendes geschrieben:
Egal, bitte trotzdem hier unterschreiben:

http://petition.eurolinux.org/


Hab' ich...
Mir ist noch was zu IBM aufgefallen: Die haben ja die Rechte an der Fortschrittsanzeige.
Hmmm... ich habe eine Fortschrittsanzeige auf einem Blitzgerät für eine Kamera von 1948 (von Opi ;) naja eigentlich sinds nur 3 Lichter aber das reicht ja !!) damit dürfte das Patent wohl ungültig sein... :!:

Macht euch mal nicht zu viele Sorgen: Was es schon gibt kann nicht patentiert werden. Wird das Patent trotzdem erteilt, dann ist es nicht gültig. Und wenn jemand eine neue "Idee" patentiert, die jeder gerne nutzen würde, dann wird sie sich nicht durchsetzen können (dafür gibts Millionen Beispiele: Nokia, Atari :( , die ersten LCD-Bildschirme vor 30 ! Jahren, usw. ).

Viele Grüsse.

_______________
Vielleicht bin ich Optimist ?!


Delete - Mo 01.09.03 00:44

Jetzt ist die Frage, wann sich IBM die Fortschritsanzeige hat patentieren lassen. IBM gibt es nicht erst seit 1982.


Phobeus - Mo 01.09.03 01:04

Ich denke auch, dass man sich das ganze genüsslich auf der Zunge zergehen sollte. Wer dafür ist, hat IMAO nicht zu Ende gedacht. Er plädiert für ein Getz, dass ihm als Einzelperson vermutlich keinen Vorteil bietet, sondern in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt und eine Monopolisierung befürwortet. Und selbst, wenn man nicht direkt davon betroffen ist, wer hat schon Luste jeden seiner Codes zu überprüfen, ob er nicht vielleicht gegen ein Patent verstößt? Code, der gecodet wird, ist vom Autor frei zu verfügen und wenn jemand etwas nachschreibt, hat er die gleiche Leistung vollbracht. Nach diesem Klau prinzip Arbeitet Microsoft bereits seit Jahren hervorragend, da kauft man sich durch Gerichtskosten frei... das macht ihr als kleiner Betrieb nicht...


Johwood - Mo 01.09.03 15:38

Aber stell dir mal vor, du musst dich als Coder ständig informieren, was denn so täglich patentiert wird, wenn du nicht angeklagt werden möchtest...


majolo - Fr 12.09.03 16:07

Das würde für mich also heißen. Wenn ich heute ein von mir programmiertes Programm mit OpenDialog, Progressbar, etc. verkaufen würde, müsste ich Patentgebühren zahlen. Es kommen also nich nur kosten für das teure Delphi, sondern auch für patente mit dazu. Oder sind die Patentgebühren schon im Delphi-Preis mit abgedeckt.Wahrscheinlich nicht.
Hab ich das richtig verstanden?


Gausi - Fr 12.09.03 16:43

Prinzipiell versteh ich das auch so. Allerdings sollte man auch folgendes beachten:
Das Patent Progressbar liegt bei z.B. IBM, das für TabSheets bei Adobe. Überleg dir mal, was passieren würde, wenn diese Mega-Firmen von all den kleinen Programmieren - auch wenn sie für keine Firmen kleine kommerzielle Software entwickeln - Patentgebühren verlangen würden. So ein bissel aufs Image werden die doch wohl auch achten, oder?
Ich würde mir da absolut keinen Kopp drum machen. Wenn du nicht grade ein neues OfficePaket oder so auf den Markt wirfst, wirst du wohl kaum Probleme mit dem Patentamt wegen solcher Kleinigkeiten kriegen.


FriFra - Fr 12.09.03 17:04

Ich gehe davon aus, dass wenn überhaupt jemand wegen Patenten/Lizenzgebühren auf Fortschrittsbalken, Tabsheets etc. belangt werden kann, dann sind das meiner Meinung nach die Komponenten-Entwickler (z.B. Borland), da in diesem Fall der Programmierer (Delphi-Benutzer) auch nur Anwender ist. Wenn dem nicht so wäre müsste ja auch jeder andere Windows (oder was auch immer) Benutzer jedesmal Lizenzgebühren zahlen, wenn er z.B. Dateien kopiert, da er dann ja auch ein Fenster "erzeugt", welches die entspr. Komponenten beinhaltet.

Also alles in allem sehe ich der Sache eher gelassen entgegen ;)


Phobeus - Fr 12.09.03 17:18

So wie das Gesetz in den EU-Rat gebracht werden sollte, könnte man theoretisch alles patentieren was irgendwie nach Software aussieht... Beispiele? Das Amazon 1-Click-System und der "Geschenkgutschein" wurden als Patent eingereicht und würden praktisch mit dem Gesetz gültig werden. Attrac hatte daraufhin als Medien"gag" ein Patent auf Peditionen im Internet eingreicht "damit man in Zukunft diese Form der Meinungsäußerung nutzen kann". Unter gewissen Umständen sind solche Patente vielleicht akzeptable, nicht jedoch für solche Kleinigkeiten, sondern wenn für komplexe Vorgänge. Nehmen wir einfach mal MS .NET ... da würde ich es verstehen können, aber man sollte bedenken wie wichtig es ist, dass wir dort auch diese Systeme anzapfen können um z.B. Samba aufzusetzen und somit dem Monopolbestreben einhalt gebieten können. Bedenkt, dass solche Patente vorwiegend den großen Konzernen einen zusätzlichen Schutz bietet. Ich selbst bin eher im politisch linken Milieu angesiedelt und denke daher, sowas verhindert werden muss und zwar total. In diesem Fall bin ich gegen eine generelle Einführung dieser Patente. Allerdings wird es wohl auf einen Kompromiss hinauslaufen....

offtopic: Vielleicht ärgert sich ja auch inzwischen der eine oder andere Nicht-Wähler darüber, dass die Konservativen wohl ne Mehrheit haben werden und das Gesetz auf dem Weg bringen werden? Bezeichnend wenn man bedenkt, dass die Wahlbeteiligung damals im Schnitt bei unter 40% lag, war wohl doch nicht die 10 Minuten wert *sg* ;)


majolo - Fr 12.09.03 19:26

Also bei solchen Rechtsgeschichten blickt aber doch kein normaler Mensch mehr durch. Ich habe evtl. bei großen Projekten Verständnis für Patentierung.
Grundsätzlich bin ich jedoch der Meinung, dass solch ein Gesetz gestoppt werde müsse. Allein schon um Arbeitsplätze zu sichern und kleinere Unternehmen im Rennen zu lassen.


FriFra - Fr 12.09.03 19:40

Was an der Sache aber gefährlich ist, ist dass Patent und Markenrecht nicht versicherbar ist. Damit werden viele kleine bei Rechtsstreitigkeiten nachgeben müssen, da die Kriegskassen der Grossen besser gefüllt sind.

Wenn es dumm läuft könnte es natürlich passieren, dass bald auf Teufel komm raus abgemahnt wird, so wie es div. selbsternannte Verbraucherschützer oder einfach nur neidische Wettbewerber schon heute zuhauf tun. Schon jetzt ist eine Vielzahl der Abmahnungen rechtswiedrig, aber den betroffenen entstehen trotzdem z.T. erhebliche Kosten bei deren Abwehr.


majolo - Fr 12.09.03 19:46

Das ist schon teilweise eine RIESEN Schweinerei, die da betrieben wird. Es geht in fast allen Lebensbereichen immer auf Kosten der Kleinen. Und das heißt soziale Gerechtigkeit.


Klabautermann - Sa 13.09.03 00:14

Hi,
FriFra hat folgendes geschrieben:
Wenn es dumm läuft könnte es natürlich passieren, dass bald auf Teufel komm raus abgemahnt wird, so wie es div. selbsternannte Verbraucherschützer oder einfach nur neidische Wettbewerber schon heute zuhauf tun.

ja, und dann gehen wir in den Programmieruntergrund und werden den Schwarzmarkt mit Freien Editoren, E-MAil Programmen und Power-Tools überschwemmen. Natürlich darf dann nur noch unser "künstlername" in der About Box (welche sicherlich Patentrechtlich geschützt ist) stehen, aber man kann niocht alles haben.

Gruß
Klabautermann