Man kann wohl – insbesondere seit der Veröffentlichung gewisser NSA-Aktivitäten – davon ausgehen, daß etliche der Sicherheitslücken, die alle bisherigen Windows-Versionen aufzuweisen haben/hatten, nicht allein auf Nachlässigkeit und Unwissenheit zurückzuführen sind, sondern im Gegenteil absichtlich und bewußt herbeigeführt wurden. Beweisen läßt sich das natürlich kaum, doch die zahlreichen Verflechtungen von Politik und Hochfinanz, besonders in den USA, lassen eigentlich keinen anderen Schluß zu. Schon allein deshalb dürfte es für jeden interessierten und versierten Windows-Benutzer wichtig sein, wie angreifbar sein System tatsächlich ist. Das betrifft vor allem Administratoren von Firmen, die nicht länger hinnehmen wollen, daß die USA unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung Industriespionage betreiben.
Dieses berechtigte Interesse nun mit der Notwendigkeit der Geheimhaltung des Innenlebens einer schrecklichen Militärwaffe bestreiten zu wollen, erscheint mir daher ziemlich absurd. Letztlich wird ja das Wissen um Sicherheitslücken in Windows hauptsächlich dafür genutzt, um Schaden anzurichten: Die entsprechenden Verbrecher (und dazu kann man ohne weiteres auch die NSA zählen) sind motiviert genug, diese Lücken selbst herauszufinden bzw. herausfinden zu lassen. Würde das Innenleben von Windows dagegen weitgehend offenliegen, fänden sich mit Sicherheit auch genug freiwillige und nicht auf Schädigung erpichte, motivierte Leute, die daran arbeiten würden, diese Lücken zu schließen. Das wäre natürlich weder im Sinne von Micro$oft noch im Sinne der NSA und der dahinterstehenden Mächte. Deshalb werden Lücken meist immer erst dann von Micro$oft geschlossen, nachdem ein Anwender darauf hingewiesen hat.
Selbstverständlich kann ich absolut nicht beurteilen, ob die Käufer besagter Software (von der ich nicht mal weiß, was sie eigentlich genau leistet) tatsächlich alle darauf aus sind, damit illegale Machenschaften zu betreiben. Ein Dietrich z.B. (oder was die heutige moderne Entsprechung dafür wäre) ist in der Vorstellung der meisten Menschen auch nur dazu da, sich illegal Zutritt zu verschlossenen Räumen zu verschaffen. Ein Schlüsseldienst hätte aber vielleicht schon eine legale Verwendungsmöglichkeit, ebenso ein zerstreuter Mieter, der regelmäßig seinen Wohnungsschlüssel in der Arbeit liegenläßt. Oder z.B. Latex-Einmal-Handschuhe, die man wunderbar zur Vermeidung von Fingerabdrücken einsetzen kann.
Es wurde ja schon viel harmlosere Software verboten. Vor Jahren las ich mal was über ein Programm, das man angeblich nur starten mußte, und schon konnte man jede kopiergeschützte Film-DVD in den PC einlegen und die Dateien kopieren. Der Besitz wurde dann soweit ich weiß verboten. Haschisch darf man besitzen, aber nicht verkaufen, andere Drogen nicht einmal besitzen. Das führt zu dem Gedanken, daß illegal ja erstmal das ist, was verboten wurde, und das war und ist zu allen Zeiten und in allen Nationen unterschiedlich: Manches, was man früher durfte, ist heute erlaubt und umgekehrt; manches, was im einen Staat erlaubt ist, ist im anderen verboten.
Letztlich dürfte man auch das Erlernen einer Programmiersprache wie z.B. Delphi erst genehmigen, nachdem der Aspirant ein Unbedenklichkeitszertifikat erworben hat, das alljährlich zu erneuern ist, denn Programmierer, die Kriminellen zuarbeiten bzw. ihre Kenntnisse selbst zu kriminellen Handlungen einsetzen, wird es immer geben, so lange der Druck, kriminell zu werden, existiert. Nicht ohne Grund kommen viele Angriffe wie z.B. das Verschlüsseln der Festplatte aus eher ärmlichen Gegenden wie z.B. dem Osten Russlands – die finden schon heraus, wo die entsprechenden Lücken sind. Dennoch bin ich der Ansicht, daß eine gewisse Kontrolle über potentielle Schadsoftware – und dazu muß man dieses Tool möglicherweise rechnen – derzeit notwendig ist, damit das Chaos in gewissen Grenzen bleibt.
Nachtrag: Die obenstehenden Aussagen stellen lediglich meine Meinung dar und erheben weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf absolute Richtigkeit.