Naja Leute, ich muss euch was interessantes berichten. Hier eine kleine Story von mir die ganz gut zu dem Thema passt:
Am WE ist mir folgendes passiert. Also ich hab mir doch so 64-k Demos von farb-rausch.com runtergeladen. Die sind echt super geil und ich bin auch ein fan davon (blabla ... hehe). Also da ist mir am Freitag abend so um 19:30 Uhr letzter Woche aufgefallen dass ein Demo kein Hintergrundbild mehr hatte (war so ein playerprogramm für Synthiedateien (dieses Demo heißt glaub ich BrullWurfel)). Hab dann in den Explorer geschaut und gesehen, dass meine 64k - Exe plötzlich 211 k groß war. ... *g* ich gleich gedacht. Da ist ein Virus drinnen! Und so war es auch. Immer mehr Dateien wuchsen um 177kb.
Also hab ich glein ein neues Update vom Virenscanner draufgehauen. Hat er mir gesagt: 16 Dateien mit dem Virus "pinfi" infiziert. Naja ich hab in den Taskmanager geschaut (habe windowsXP) und kein Prozess war sichtbar, schon komisch.
Ok, dann hab ich meinen Virenscanner die infizierten Dateien bereinigen lassen. So und jetzt kommt die Härte. Nach dem Systemneustart schau ich in die Verzeichnisse der infizierten Dateien und mein Virenscanner hat folgendes gemacht: Er hat alle infizierten Dateien kopiert und in infected umbenannt und ins quarantäne-Verzeichnis von sich geschoben, mehr nicht. Er hat nicht die infizierten Dateien gelöscht wie er sollte oder wie er gesagt hat. Dann hab ich ihn nochmal scannen lassen und 260 Dateien waren infiziert (nur Exe-Dateien)
Jede Exe wuchs um 177624-177690 Bytes. Hab mir dann mal den Hexeditor genommen und mir das mal angeschaut. In jeder Exe wo der infizierte Code drinnen war, sah der infizierte Code etwas anders aus. Hab Windows neu installiert und nach der Installation war er wieder drauf. Ich depp hatte wohl ne infizierte Datei ausgeführt. Und mein Virenscanner kannte den Virus plötzlich nicht mehr. Konnte nurnoch sehen wie immer mehr Dateien infiziert wurden und konnte nix machen. Sogar der Virenscanner selbst war infiziert. Ich kann gar nicht verstehen wie Norman Antivirus 5.5 Testsieger in der PC-Welt 2002 wurde. Das ist mir rätselhaft. Der Virenscanner sollte sich selbst doch als erstes checken ob er verändert wurde (also die eigenen Exe-Dateien). Ganz schön dumm von den Herstellern. Das müssen irgendwelche Anfänger gewesen sein, die den Normen-Virenscanner programmiert haben, irgendwelche Daus (MAN BIN ICH SAUER!!!

) Naja, habe mir ein Analyseprogramm in Delphi geschrieben und das hat folgendes zu Tage gebracht:
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Dateiwachstum der infizierten Dateien: 177624-177690 Byte
Virus infiziert Exe- und Scr-Dateien
Der infizierte Code der Dateien benutzt die Winapi-Funktion LoadLibraryA und GetProcAddress (wohl um eine Dll oder einen Prozess im Arbeitsspeicher zu erzeugen)
- Virus ist als Prozess unter XP im Taskmanager nicht sichtbar und resistent (das ist also der beste Beweis dafür dass es Anwendungen unter Windows gibt, deren Prozess nicht sichtbar ist)
- Infiziert offenbar nicht den Bootsektor des Systems (Virenscanner hat nur Exe- und Scr - Files entdeckt).
- Virus verschlüsselt sich mit einem 4 Byte langen XOR-Schlüssel
- Virus verändert PE-Header von Exe-Dateien und beschädigt eine Exe sogut wie nicht. Infizierter Code wird beim Start der Exe ausgeführt, nicht beim Beenden.
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Die Software von mir geschrieben extrahiert nur die infizierten Adressbereiche einer Exe und erstellt einen Logfile der Bereiche. Das hat folgende Details ans Licht gebracht.
Der PE-Header der Exe wird mit einer Größenänderung der Datei und einer Jump-Adresse an den Beginn eines Codes in der Mitte der Datei versehen. Dort steht wahrscheinlich ein Entschlüsselungscode mit einem Random-Schlüssel, der den Hauptteil des infizierten Virencodes verschlüsselt (alle infizierten Dateien sahen leicht anders aus). Der Schlüssel ist offenbar 4 Byte lang und wird mit XOR über den Viruscode gelegt. Der Entschlüsselungsteil der Exe ist ca. 20 Byte lang und der Code der Exe der vorher an dieser Stelle stand ist zerstört. Das führt dazu, dass einige Exe-Dateien abstürzen (beim Start). Von dem Entschlüsselungsteil folgt eine Jumpadresse an den eigentlich infizierten Teil des Viruses. Ich bin mit einem Hexeditor hergegangen und hab diesen Code mit Nullen überschrieben und beim Start der Exe kam dann: "Prozedureinstiegspunkt nicht gefunden". Genau das bestätigte, dass der Code am Anfang der Datei ausgeführt wurde. Charakteristisch für den Virus ist, dass der eigentliche Virencode am Ende der datei, der angefügt wird immer mit Hex 90 anfängt. Ab da variert der Code dank der Verschlüsselung in jeder infizierten Datei. Es wurden Dateien auch infiziert, obwohl der Explorer und sonstige Exe-Files im Arbeitsspeicher nicht infiziert waren und wenn ich keine Exe-Datei ausgeführt hatte. Das deutet auf einen Prozess im Arbeitsspeicher hin. Leider sind die geänderten Adressbereiche in den Exe-Dateien ziemlich unterschiedlich. Das macht die Erkennung des Viruses schwer.
Folgendes ist mir noch nicht gelungen: den Schlüssel zum Entschlüsseln des Virencodes rauszufinden, da der Virencode in jeder Exe anders verschlüsselt wird. Einen Virenscanner dafür hab ich noch nicht. Progge mir aber heute abend einen, und zwar einen der mir ne Sicherung aller Exe-Dateien vom System macht und dann nach jedem Scan des Systems schaut ob neue Dateien mit dem Virus infiziert worden sind und diese wiederherstellt. Allerdings muss ich noch herausfinden wie ich den Virenprozess beenden kann, vielleicht durch sofortigen Neustart des Systems nachdem alle infizierten Dateien gelöscht und wiederherstellt wurden, damit der versteckte Prozess keine Chance mehr hat, eine Datei zu infizieren.
Nach berichten auf der Norman-Antivirenhomepage hängt sich der Virus an den Explorer-Prozess, infiziert explorer.exe jedoch nicht. Aber deshalb ist er unsichtbar. ich müsste also den Explorer neu starten.
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Offizielle Berichte des Viruses:
www.harmonysecurity.com/kungfoo.html (LoadLibraryA und GetProcAddress)
securityresponse.sym.../data/w32.pinfi.html (Abhandlung des Viruses)