Hi,
ich weiß noch wie es bei mir damals war.. Ich konnte Delphi echt gut, also es gab da nix was ich nicht damit machen konnte etc. Nur an anderen Sprachen wie C++ bin ich damals trotzdem gescheitert.
Woran das genau lag weiß ich nicht genau, evtl. daran weil ich einfach immer wieder sobald es kompliziert wurde zu Delphu zurück bin, oder mir ewig lange eingeredet habe das Delphi grade für UI geschichten das non-plus-ultra sei.
Nachdem ich dann von Windows weg zu MacOS bin hat sich die sache mit Delphi erledigt gehabt und ich war gezwungen auf C++ umzusteigen, und im endeffekt hat es nicht wirklich lange gedauert. Es gibt halt viele dinge in C++ die echt fies sind für nen anfänger und sehr abschreckend wirken.
Allein die sache wie da mit Strings umgegangen wird - die gibt es ja so standard mäßig nur bedingt (std::string). Das erste was ich damals dann gemacht hab, war mir ne eigene String-klasse zu schreiben, und ab dem moment wo ich die hatte fühlte ich mich wohl
Mittlerweile arbeite ich seit 3 Jahren und es ist schwer aufzuzühlen welche Programmiersprachen ich schon alles nutzen mußte. Aber ich kann mal versuchen die, welche ich benutzt habe und kann zu kategorisieren:
1) Delphi
Habe ich im Job noch NIE gebraucht... ein einziges mal habe ich damit ganz am anfang ein Tool geschrieben, aber würde ich mittlerweile nie wieder einsetzen. Es war toll zum lernen und hat mir viele Jahre spaß gemacht.. aber, nie wieder
2) C++
Würde ich persönlich als die am meisten verbeitete Sprache bezeichnen.. zwar gibt es in vielen Firmen wo ich war auch Programmierer die C++ nicht können und dann eher für Scripte zuständig sind, aber.. wenn man ernsthaft Programmieren will kommt man an C++ nicht vorbei.
Und nach einer kurzen eingewöhnungszeit und dem selber basteln diverser Grund-dinge (bzw nutzen von guten Fremd-Libs wie z.B. Qt - wobei ich das für den einstieg auch nur bedingt empfehlen würde) sollte es kein allzu großes Problem sein für jemanden der gut mit Delphi klarkommt (Pointer, Dynamische Arrays, Klassen etc sollte man halt kennen und können).
3) PHP, HTML und CSS + JavaScript
Habe ich bisher immer nur für Web-Development benutzt.. wenn man in den Markt will definitiv das was man können muß, aber hier gilt noch mehr als in den anderen Sprachen das man ständig dazu lernen muß.. allein was mit HTML5 alles neues möglich ist.
Gelernt hab ich das ganze noch bevor ich Delphi anfing. Ganz früher als ich nur ganz teures AOL-Internet hatte, wollte ich gern eine große Webseite ständig durchstöbern (StarTrek-Datenbank xD) und hab mir damlas die mühe gemacht jede einzelne HTML Seite zu speichern und die links so anzupassen das sie lokal funktionieren - dadurch habe ich HTML gelernt..
PHP kam dann später dazu als ich mir ne eigene Webseite machen wollte, ist aber eine super einfach zu erlernende Sprache, egal ob mit oder ohne vorkenntnissen - finde ich.
4) Python
Neben C++ zumindest in meiner Branche die meist benutzte Sprache. Zum einen weil sie für viele als sehr leicht erlernbar gilt, zum anderen weil sie Platformunabhängig ist (Wir haben hier Win, Linux und Mac bunt gemischt).
Und sher viele Programme mit Script-Möglichkeiten nutzen Python als ScriptSprache.
Für mich Persönlich ist Python ein krampf.. ich kann es zwar, aber ich vermeide es wo ich nur kann

Ich finde die Syntax und die Sprache an sich furchtbar - ich will variablen deklarieren etc und mich nicht drauf verlassen das der Interpreter das alles richtig interpretiert was ich da tu.
5) C
Jenachdem ist C auch durchaus wichtig.. ähnlich wie C++, aber in meiner Branche gab es noch nie einen Grund nur mit C zu arbeiten. Wenn man allerdings C++ kann, kann man automatisch auch C..
6) Objective-C
Damals als C++ entwickelt wurde gab es zwei ansätze wie man aus C eine Objekt-Orientierte sprache macht, eben C++ und Objective-C.
Obj-C ist die Hauptprogrammiersprache unter MacOSX und dem iPhone. Wenn du also in den Bereich willst kommst du um diese Sprache nicht herum.
Vom Lernfaktor ist es für jemanden der andere Sprachen gewöhnt ist der härteste umstieg, denn im Prinzip darfst du alles vergessen was du kannst und bei 0 anfangen. Dort wird ALLES anders gemacht! Und nochdazu wird es sehr schnell ein kaudawelsch aus C, C++ und Obj-C (lässt sich alles 3 miteinander kombinieren)
7) C#
Für reine Windows entwicklung sicherlich mittlerweile fast genauso gefragt wie C++, wenn nicht sogar mehr.
Sobald es Platformunabhängig wird, würde ich persönlich aber einen Bogen darum machen (Es gibt zwar Mono etc, aber zumindest unter MacOSX wird sich nahezu kein User freiwillig Mono installieren)
Aber auch hier ist der umstieg und das lernen sehr leicht wenn man Delphi vorkenntnisse hat - vermutlich sogar der leichteste umstieg.

Java
Habe ich mal benutzt für ein Webportal was nie fertig gestellt wurde (
www.cginfo.de). Im prinzip auch eine sehr leichte, gute Sprache die keine Wünsche übrig lässt ausser Performance.
Ich hab Java damals an einem halben Tag gelernt und das cginfo.de war mein erstes und einziges Projekt damit - es ist definitiv leicht zu lernen wenn man von Delphi kommt
9) Diverse ScriptSprachen
Viele Programme nutzen eigene ScriptSprachen, im 3D Bereich z.B. MEL, MaxScript, Lua etc.. sind aber in der Regel nicht wirklich kompliziert und schnell zu erlernen.
Wenn ich nichts vergessen habe, müßten das die Sprachen sein mit denen ich so in berührung kam und welche ich gelernt, bzw benutzt habe.
Man muß eben nur einmal den Schritt schaffen weg von Delphi - wenn man das gemacht hat, ist alles andere ne sache von wenigen Stunden um neue Sprachen zu lernen.
Ich würde empfehlen zu C++ zu gehen, wenn du schon erfahrungen mit OpenGL oder Direct3D hast würde ich empfehlen ein kleines 3D Spiel oder so zu machen als übung. Da hast du keinen Stress mit dem UI und trotzdem alles was C++ bietet.
Ansonsten schau dir Qt oder wxWidgets an. Das sind UI-Toolkits die es sehr komfortabel machen eine GUI zu erstellen, genau wie Delphi.
wxWidgets habe ich nie benutzt, aber bei Qt hast du sogar einen Designer wo du dir die Fenster zusammen klicken kannst etc. Einziger nachteil für den einstieg bei C++ mit Qt ist, Qt ist gleichzeitig eine Syntax-erweiterung für C++. Die haben z.B. ein event-handling system welches einen eigenen Pre-compiler benötigt welcher nochmal extra Code erzeugt etc... Funktioniert super und ist toll, aber für den einstieg evtl verwirrend.. und man gewöhnt sich an dinge die man dann wenn man Qt nichtmehr hat vermutlich vermisst.
Allerdings ist Qt auch mehr als nur ein GUI-Toolkit. Es ist ähnlich wie die VCL eine riesen sammlung an all möglichen dingen, von einer super String-Klasse über File-Streams bis zu Hash-Tabellen etc ist alles dabei was man braucht.
Hoffe ich konnt ein wenig helfen.
Aya