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PB@LMU
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BeitragVerfasst: Fr 23.05.14 13:56 
Hallo zusammen,

das Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der LMU München
führt gerade eine Studie zum Thema "externe Softwarekomponenten" durch.

Ziel ist es, Erkenntnisse über die Intention zur Nutzung dieser Komponenten zu gewinnen.

Die Umfrage dauert max. 10 Minuten und zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas:

www.soscisurvey.de/extswreuse/


Vielen Dank an jeden Teilnehmer!
Perlsau
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BeitragVerfasst: Fr 23.05.14 14:31 
Welche Intentionen kann es hier schon geben? Als Entwickler stehe ich meistens unter Zeitdruck und kann nicht jedesmal alle Räder neu erfinden. Daneben ist es meist billiger, gute kommerzielle Komponenten einzusetzen als jede benötigte Spezialfunktionalität immer selbst entwickeln zu wollen. Allein schon bei einem Stundenlohn von 50,- Euro würde ich z.B. für eine entsprechende Datenbank-Komponente in ein paar Wochen für sagen wir mal 2.000 Euro ein eigenes Package entwickelt haben, wogegen das Package beim Anbieter vielleicht gerade mal 300,- oder 400,- Euro kostet. Und das ist noch äußerst günstig gerechnet, vermutlich würde ich weitaus länger brauchen.

Mit einen läppischen Kindle oder einen Amazongutschein lockt ihr keinen schwer beschäftigten Entwickler hinter dem Ofen hervor, eure englischsprachige Umfrage durchzuackern, sondern höchstens Schüler und Hobbyprogrammierer, die sich sowieso keine Komponenten kaufen können, weil sie kein Geld haben.
Ralf Jansen
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VS2010 Pro, VS2012 Pro, VS2013 Pro, VS2015 Pro, Delphi 7 Pro
BeitragVerfasst: Fr 23.05.14 15:22 
Zitat:
Welche Intentionen kann es hier schon geben? Als Entwickler stehe ich meistens unter Zeitdruck und kann nicht jedesmal alle Räder neu erfinden. Daneben ist es meist billiger, gute kommerzielle Komponenten einzusetzen als jede benötigte Spezialfunktionalität immer selbst entwickeln zu wollen. Allein schon bei einem Stundenlohn von 50,- Euro würde ich z.B. für eine entsprechende Datenbank-Komponente in ein paar Wochen für sagen wir mal 2.000 Euro ein eigenes Package entwickelt haben, wogegen das Package beim Anbieter vielleicht gerade mal 300,- oder 400,- Euro kostet. Und das ist noch äußerst günstig gerechnet, vermutlich würde ich weitaus länger brauchen.


Du ignorierst den Einarbeitungaufwand in externe Komponenten und das man gegen die externen Komponenten immer noch programmieren muß (Gluelogik) das ist kostentechnisch üblicherweise deutlich höher als der Kaufpreis. Und die Folgekosten einer BlackBox bei sich ändernden Anforderungen sind möglicherweise auch erheblich. Die Kostenabwägung insbesondere wenn man zukünftige Entwicklungen berücksichtigt ist deutlich schwieriger als nur auf den Kaufpreis zu schauen. Das kostentechnisch mal in einer Umfrage zu durchleuchten finde ich gut leider schafft diese Umfrage es nicht. Die verliert sich leider in den sekundären Zusammenhängen (aka 'macht es Ihnen mehr Spass eine Komponente selbst zu entwickeln anstatt eine externe zu verwenden?').
GuaAck
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Windows 8.1
Delphi 10.4 Comm. Edition
BeitragVerfasst: Fr 23.05.14 19:25 
Ich habe den Fragebogen begonnen, dann abgebrochen. Wahrscheinlich aus dem gleichen Grund, der zu den beiden verschiedenen Meinungen geführt hat: Je größer und komplexer eine Aufgabe ist, umso eher lohnt die Nutzung einer externen (guten) Softwarekomponente. DAS WIRD NICHT ABGEFRAGT!

Wenn ich mit ein paar Tagen Arbeit die Aufgabe selbst machen kann, dann spare ich die Suche nach einer fertigen Komponente, die Einarbeitung, die Risiken, dass sie fehlerhaft ist oder doch nicht das macht, was ich brauche usw. Ich habe den Code im Griff und um Lizenzen muss ich mir auch keine Gedanken machen.

Letztens brauchte ich einen komplizierten mathematischen Algorithmus und fand im Internet einen Fortran-Code (50 A4-Seiten als Ausdruck). Ursprünglich wollte ich den einfach in Delphi übersetzen, aber der Code war feinstes "Spagetti". Glücklicherweise habe ich einen Fortran-Compiler gefunden, der DLLs erzeugen kann (gibt es kaum), dann brauchte ich nur eine relativ kurze Header-Datei in Delphi zu machen und hatte eine zuverlässige (und sehr schnell) laufende Lösung für mein Problem.

Gruß GuaAck
Perlsau
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BeitragVerfasst: Fr 23.05.14 19:30 
Hallo Ralf,

von Ignorieren kann keine Rede sein: Mir waren die von dir völlig zu Recht angeführten Aspekte lediglich nicht bewußt. Zudem erhoben meine Ausführungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Im Grunde verwende ich nicht viele Fremdkomponenen, die meisten davon sind OpenSource. Auf die von mir beispielhaft erwähnten DB-Komponenten kann und will ich nicht zugunsten eigener Implementationen verzichten, die haben sich – zumindest für mich – schon x-Mal amortisiert. Die Einarbeitungszeit war dank guter Dokumentation und kundenfreundlichem Support eigentlich nicht der Rede wert und erfolgte während der Arbeit am aktuellen Projekt: Es handelte sich ja nicht um die ersten DB-Komponenten, die ich erworben und eingetzt hatte. Da hatte ich z.B. beim Opensource-Package VirtualTreeView weit mehr zu bewältigen und zu überwinden, bis ich diese sehr mächtige und eindrucksvolle Komponente verstand und sinnvoll einsetzen konnte.

Bei etlichen anderen, insbesondere grafisch komplexen oder fachspezifischen und sehr umfangreichen gewerblichen Komponentensammlungen wie z.B. TMS oder diversen Report-Paketen wie Rave oder FastReport kann ich mir nicht wirklich vorstellen, daß in der Produktion stehende und dem Einkommens-Druck ausgesetzte Entwickler hier Eigenentwicklungen favorisieren würden, wenn sich die Notwendigkeit derart komplexer Zusatzfunktionen im Zuge eines aktuellen Projekts ergibt.

Auch stimme ich dir darin zu, daß die Frage nach dem Spaß bei der Entwicklung zweitranging ist, wenn man nicht ausschließlich zum Spaß programmiert, wie das bei Hobby-Programmierern der Fall ist. Schließlich müssen Freiberufler und gewerbliche Entwickler ihr tägliches Programmierpensum bewältigen, ob sie nun gerade Lust dazu haben oder nicht. Andernfalls ist man hier sehr schnell weg vom Fenster.

Hallo GuaAck,

ich hatte bereits beim Lesen der ersten Seite den Eindruck von Unprofessionalität. Vermutlich handelt es sich um Informatik-Studenden, Erst- oder Zweitsemester, die bislang noch kaum Erfahrung mit anspruchsvoller Anwendungs-Entwicklung sammeln konnten. Der Hintergrund dürfte dann wohl eine anstehende Semesterarbeit oder Ähnliches sein. Davon abgesehen war es mir zu anstrengend, seitenlange englische Texte lesen zu müssen, wir sind hier in Deutschland, da kann man als Student einer deutschen Uni, der eine Umfrage an deutsche Entwickler richtet, doch bitte auch in deutsch formulieren – ich verstehe und schreibe nunmal besser deutsch als englisch. (Nein, ich bin kein Nationalist, in keinster Weise.)

Dein Beispiel mit dem im Netz gefundenen Algo kann ich gut nachvollziehen, hab ich auch schon öfter erlebt. Letztlich sind mir die drei Delphi-Foren sowie meine nach gut 10 Jahren Entwicklung umfangreiche Sammlung von Code-Snippets und Freeware-Komponenten immer eine gute und hilfreiche Unterstützung gewesen, so daß auch ich relativ einfache Zusatzfunktionen, bei denen mir klar ist, wie sie zu entwickeln sind, lieber selbst schreibe, bevor ich überhaupt nach entsprechenden Komponenten Ausschau halte.
Ralf Jansen
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BeitragVerfasst: Fr 23.05.14 21:28 
Zitat:
Bei etlichen anderen, insbesondere grafisch komplexen oder fachspezifischen und sehr umfangreichen gewerblichen Komponentensammlungen wie z.B. TMS oder diversen Report-Paketen wie Rave oder FastReport kann ich mir nicht wirklich vorstellen, daß in der Produktion stehende und dem Einkommens-Druck ausgesetzte Entwickler hier Eigenentwicklungen favorisieren würden, wenn sich die Notwendigkeit derart komplexer Zusatzfunktionen im Zuge eines aktuellen Projekts ergibt.


Du hast natürlich recht das DB Zugriffskomponenten und UI Bibliotheken die einfachen Entscheidungen für Third Party Komponenten sind. Da muss man nicht lange rechnen. Aber Reporter sind keine so klare Entscheidung mehr. Wer einen Web Hintergrund hat wird da Ruckzuck was mit css, html und Konsorten basteln. Diese Sorte von Entwickler wird sich von einem Reporter behindert füllen und vermutlich eine klare Entscheidung dagegen treffen. Und jemanden der klare Anforderungen an die UI hat wird sich eventuell auch gegen eine UI BNibliothek entscheiden. Bei UI Bibliotheken arbeitet man ja oft mit ~invertierten~ Anforderungen. Man macht das was die Bibliothek kann und nicht das was man braucht.

Übrigens nirgendwo in der Umfrage steht das es um Desktopanwendungen geht und das derjenige der sich die Umfrage ausgedacht hat offensichtlich nur an LOB Anwendungen gedacht hat muss man auch den Fragen selbst entnehmen. Was ist wenn der angesprochene Programmierer der vor der Umfrage sitzt selbst Komponentenentwickler ist?