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Andreas Pfau
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BeitragVerfasst: Sa 11.10.03 20:57 
Hallo,

in der Schule (Ausbildung Energieelektroniker 3. LJ) haben wir grade den Transformator. Unser Lehrer hat uns erklärt, dass wenn man einen Trafo, dessen Sekundärspule kurzgeschlossen ist, bei Nulldurchgang der primäseitigen Spannung einschält, kurzzeitig ein sehr hoher Strom fließt. Das nennt sich Einschwingvorgang, aber der Lehrer kann (oder will?) mir das nicht erklären. Wir "müssen es nur wissen, nicht verstehen". Er hat mir ein Blatt darüber gegeben, aus dem ich aber auch nicht so recht schlau werde.

Wer kann mir das mal grob erklären?

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BeitragVerfasst: Sa 11.10.03 21:23 
Hallo!

Das von einer Spule erzeugte Magnetfeld ist proportional der Stromstärke (~ I). Die Änderung des Stromes ist sehr stark, daher wird sich auch das B-Feld stark ändern. Und das führt zur zweiten Spule: die dort induzierte Spannung ist in diesem Fall proportional zur Änderung des Magnetfeldes (~ dB/dt * A für A=const). Diese ist, wie eben gesagt sehr groß. Und die dadurch sehr hohe Spannung führt nach U=R*I zu einer großen Stromstärke.

MfG
Peter

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BeitragVerfasst: Sa 11.10.03 21:45 
Hallo,

hört sich soweit logisch an, aber das passiert doch (da der Trafo ja hoffentlich an Wechselspannung betrieben wird) ständig... warum fließt nur beim Einschalten so ein hoher Strom (Stoßkurzschlusstrom Is), der sich dann nach ein paar Perioden normalisiert (Dauerkurzschlusstrom Ikd)?

Und ich glaube ich habe mich da vorher undeutlich ausgedrpckt, sorry :oops:: ich meine natürlich, dass er PRIMÄRseitige Strom sehr hoch ist. Natürlich nur im Einschaltmoment. Und auch nur dann, wenn man während des Nulldurchgangs der Spannung einschält. Wenn man beim Spitzenwert einschält, fließt sofort Ikd, der weitaus kleiner als Is ist.

Warum?

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BeitragVerfasst: Sa 11.10.03 22:25 
Zitat:
warum fließt nur beim Einschalten so ein hoher Strom
Hallo. Zuerst fließt kein starker Strom, sondern der Strom ändert sich nur stark. Von Null auf irgendwas praktisch sofort.

Was den hohen Strom in der Primärpsule anbelangt. Könnte ich mir so erklären: durch den in der Sekundärspule wird durch die induzierte Spannung und den daraus resultierenden Strom (beides sehr stark), wir durch diese auch ein starkes Magnetfeld erzeugt, welches wiederum eine Spannung in der Primärspule induziert. Und das passiert (wenn ich richtig erinnere) Phasenverschoben.
Ich kenne den genauen Wert der Phasenverschiebung nicht, aber es könnte sein, dass sie so beschaffen ist, dass man beim Einschalten während eines Nulldurchgangs das Ganze so abpasst, dass die Rückinduktion mit einem Maximum (oder Minimum) des Stroms in der Primärspule zusammenfällt.

Sicher bin ich mir dabei nicht, aber ich werde morgen nochmal drüber nachdenken. Heute ist es zu spät. ;-)

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BeitragVerfasst: So 12.10.03 00:06 
Hallo,

ja, das ist mir klar - erst nachdem die Spannung über den Nulldruchgang drüber ist kann Strom fließen, aber ich denke, wir verstehen uns.

Aber das klingt nicht so plausibel - immerhin läuft das ja in Sekundenbruchteilen ab:
- Pri erzeugt Fluss in Kern
- Sec induziert Strom
- Sec erzeugt Fluss in Kern
- Pri induziert Strom
Der Strom in der Primärspule eilt der Spannung um 90° nach - aber der Fluss wird erst duch den Strom induziert, vorher kann sie Sekundärspule gar nix "zurückinduzieren" - das verstehe ich nicht.

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