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jaenicke
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BeitragVerfasst: So 03.04.11 11:07 
Hallo,

es geht um ein Client-Server-System bestehend aus Servern auf Basis von DataSnap + REST + WebBroker sowie verschiedenen Thick Client Typen und einem Thin Client auf Basis von JavaScript/AJAX im Browser.

In Fall dieses Thin Clients verwaltet der Server Zugriffe auf bestimmte Dateien (unter anderem die Skripte) über einen FileDispatcher und füllt Template-HTML-Seiten mit Hilfe von PageProducern. Im Browser werden diese Seiten dann angezeigt und über Callbacks usw. mit Daten versorgt.

Normalerweise benutze ich ausschließlich auch unter der MPL lizenzierte Quelltexte. Der Einfachheit halber würde ich aber jetzt gern u.a. zur Anzeige im Browser JavaScript-Bibliotheken wie jQuery und Plugins dafür benutzen, wobei ein Plugin z.B. unter der GPLv3 steht (und jQuery selbst ja unter MIT/GPLv2).

Problem jetzt: Was fällt in diesem Fall unter "abgeleitetes Werk" wie es so schön heißt? Die Webseiten? Deren Templates? Die anderen Skripte? Der Server mit dem PageProducer?

Vielen Dank,
schönen Gruß,
Sebastian
Gerd Kayser
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Win 7 32-bit
Delphi 2006/XE
BeitragVerfasst: So 03.04.11 11:39 
user profile iconjaenicke hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Problem jetzt: Was fällt in diesem Fall unter "abgeleitetes Werk" wie es so schön heißt?
Das ist wohl eher eine Frage für den Anwalt.
Das hier könnte nützlich sein: www.ifross.org/wann-...pl-lizenziert-werden
Jakob_Ullmann
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BeitragVerfasst: So 03.04.11 19:08 
Dazu gibt es auch in der Free-Software Szene unterschiedliche Meinungen. Ein bekanntes Beispiel: Richard Stallman (Gründer FSF/GNU) hält ein Werk für abgeleitet, wenn es bereits einen CALL auf das Werk ausübt (was wohl mit deinem Vorhaben vergleichbar ist). Linus Torvalds (Koordinator Linux) sieht das wesentlich gelassener (z. B. was Plugins angeht - das verteidigt er mit "intent"). Was vielleicht zum Thema passt (von Linux Torvalds):

Zitat:

If people think they can avoid the GPL by using function pointers, they are WRONG.


Meine persönliche Meinung: abgeleitet.
jaenicke Threadstarter
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BeitragVerfasst: Mi 06.04.11 07:04 
Ich habe mit einem Bekannten gesprochen, der Anwalt ist. Er meint, dass die Formulierungen in der Hinsicht derart schwammig sind, dass er mir nicht raten würde die entsprechenden Skripte einzusetzen.

Seiner Meinung nach könnte man, böswillige Absicht vorausgesetzt, die Bedingungen auch so interpretieren, dass sowohl alle Quelltexte des Thin Clients als auch des gesamten Servers (und damit auch aller anderen Clients) unter die GPL gestellt werden müssten. Das wiederum geht (davon abgesehen, dass das in diesem Fall ohnehin nicht möglich wäre) schon deshalb nicht, weil Teile des Quelltextes unter inkompatiblen (teils proprietären) Lizenzen stehen. Und daran lässt sich aufgrund der verwendeten Technik auch nichts ändern.

So langsam verstehe ich was Herr Ballmer seinerzeit mit Krebsgeschwür gemeint hat... :roll:

Die Konsequenz für mich ist, dass ich die entsprechenden Sachen selbst implementieren werde. Zudem werde ich nach dieser Erfahrung die GPL wohl kaum mehr bei künftigen eigenen Open Source Projekten als Lizenz anbieten. Denn bei denen möchte ich ja gerade Freiheit bei der Nutzung und nicht das Gegenteil...