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maniac_89
      
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Verfasst: Fr 22.04.11 14:48
Hallo,
ich habe schon lange nichts mehr mit Delphi gemacht, doch eventuell möchte ich eine Software entwickeln für eine Frima. Die Software soll hauptsächlich Berechnungen durchführen, Ergebnisse grafisch darstellen und anschließend in Excel expotierbar sein.
Meine Problem ist jetzt das ich nur für Delphi3 Prof. eine gültige Lizenz habe, hatte mal Delphi 7 aber das war eine Schülerversion (glaube ich), mein Frage ist jetzt ob es Sinn macht die Software mit Delphi 3 zu entwickeln oder soll ich lieber eine Delphi 7 Version besorgen.
Gebt einfach mal eure Meinung bzw. Erfahrungen dazu ab.
Danke.
Gruß
Steffen Moderiert von Narses: Topic aus Sonstiges (Delphi) verschoben am Fr 22.04.2011 um 16:09
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jaenicke
      
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Verfasst: Fr 22.04.11 15:01
maniac_89 hat folgendes geschrieben : | | mein Frage ist jetzt ob es Sinn macht die Software mit Delphi 3 zu entwickeln oder soll ich lieber eine Delphi 7 Version besorgen. |
Beide Versionen sind hoffnungslos veraltet. Zur Erinnerung: Delphi 7 ist mittlerweile auch schon 10 Jahre alt.
Davon abgesehen wird es dir schwer fallen noch Delphi 7 irgendwo zu bekommen.
Klar ist: Besser als Delphi 3 ist sogar Lazarus. Und das bekommst du kostenlos.
Es hat zwar viele Mankos, sieht aber äußerlich ähnlich wie die alten Delphiversionen aus. Du solltest damit also schnell klarkommen.
Die heutige Version Delphi XE gibt es als Starter Edition bereits für 150€, du musst aber bei einem Umsatz von mehr als 1000€ im Jahr auf eine große Lizenz aktualisieren und sie hat einige Einschränkungen. Aber für den Anfang wäre es vermutlich ausreichend. Komfortabler als Delphi 3 wäre es jedenfalls in jedem Fall, trotz der Einschränkungen gegenüber der Professional Version.
Die Oberfläche hat sich aber deutlich verbessert, dabei aber auch stark verändert. Du musst dich also ein wenig umgewöhnen. Dafür hast du enorm viele Sprachfeatures, von denen du in Delphi 3 oder 7 nur träumen konntest (und in Lazarus fehlen viele ebenfalls). 
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Delphi-Laie
      
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Verfasst: Fr 22.04.11 15:11
10 Jahre oder älter und x Versionsnummern später/weiter/dazwischen sagen über eine angebliche, gefühlte oder tatsächliche Veraltung sehr wenig aus.
Es gibt doch nur solche entscheidenden, objektiven Gradmesser, ob etwas wirklich veraltet ist oder nicht wie diese:
1. Kannst Du mit Delphi 3 das umsetzen, verwirklichen, was Dir vorschwebt (zumindest ohne große Umstände, Verrenkungen)?
2. Stellt die Bitbreite von 32 bei Delphi 3 (zwangsläufig) in irgendeiner Weise eine Einschränkung dar, daß auf gewisse Funktionen verzichtet werden muß?
So gesehen, kann man auch heut(zutag)e noch sogar mit Delphi 2 noch benutzbare und funktionelle Compilate erzeugen. Das hat sogar den großen Vorteil, daß die Compilate damit - ohne Verrenkungen, wie z.B. Verzicht auf die VCL - die kleinstmöglichen sind. Danach kommt, in bezug auf die Exe-Dateigröße, Delphi 3, und später werden sie immer größer - bei gleichen Quelltexten bedeutet das nur Zunahme der Redundanz in den Compilaten (m.E. ist das eine kleine Qualitätseinbuße).
jaenicke, Lazarus/FPC sind nicht in jeder Beziehung besser als Delphi 2/3, denn es finden sich auch dort schon Funktionen, die Lazarus/FPC noch nicht haben.
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jaenicke
      
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Verfasst: Fr 22.04.11 15:38
Es gibt bei Delphi 3 dennoch Punkte, die mich damals ziemlich daran genervt haben: Einer ist z.B., dass noch nicht einmal das Scrollen mit der Maus funktioniert (bei mir zumindest hatte es das nie).
Zusätzlich gibt es Probleme unter anderem bei der Positionierung von Komponenten, die durch eine fehlerhafte Randberechnung verursacht wurden. Aufgrund dessen muss man beim Design aufpassen, wie man die Komponenten positioniert, da diese sonst unter einem anderen Betriebssystem plötzlich zu weit am Rand sitzen bzw. darüber hinausragen oder umgekehrt.
Das wurde erst mit Delphi 2006 behoben.
// EDIT:
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : | | 10 Jahre oder älter und x Versionsnummern später/weiter/dazwischen sagen über eine angebliche, gefühlte oder tatsächliche Veraltung sehr wenig aus. |
Die Frage im Titel war aber "Delphi3 noch aktuell". Und du wirst ja nicht behaupten wollen, dass es das noch ist, oder? 
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Regan
      
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Verfasst: Fr 22.04.11 18:30
maniac_89 hat folgendes geschrieben : | | ich habe schon lange nichts mehr mit Delphi gemacht, doch eventuell möchte ich eine Software entwickeln für eine Frima. Die Software soll hauptsächlich Berechnungen durchführen, Ergebnisse grafisch darstellen und anschließend in Excel expotierbar sein. |
Für mich stellt sich die Frage, welchen Mehrwert deine Anwendung dann gegenüber Excel hat? Ich würde dir bei Microsoft fixierten Produkten zu C# mit .NET raten. Mir hatte vor ein paar Jahren mal dieses nette Tutorial über Excel mit .NET geholfen.
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : | 1. Kannst Du mit Delphi 3 das umsetzen, verwirklichen, was Dir vorschwebt (zumindest ohne große Umstände, Verrenkungen)?
2. Stellt die Bitbreite von 32 bei Delphi 3 (zwangsläufig) in irgendeiner Weise eine Einschränkung dar, daß auf gewisse Funktionen verzichtet werden muß? |
3. Stellt dir die Delphi 3 IDE genügend Werkzeuge bereit, bequem zu programmieren? z. B.: Refactoring, Templates etc.
Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : | | So gesehen, kann man auch heut(zutag)e noch sogar mit Delphi 2 noch benutzbare und funktionelle Compilate erzeugen. |
So gesehen kann man auch heut(zutag)e noch sogar mit Lochkarten noch benutzbare und funktionelle Progamme schreiben.
Für diesen Beitrag haben gedankt: jaenicke
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Martok
      
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Verfasst: Fr 22.04.11 23:03
jaenicke hat folgendes geschrieben : | | Die heutige Version Delphi XE gibt es als Starter Edition bereits für 150€, du musst aber bei einem Umsatz von mehr als 1000€ im Jahr auf eine große Lizenz aktualisieren und sie hat einige Einschränkungen. Aber für den Anfang wäre es vermutlich ausreichend. Komfortabler als Delphi 3 wäre es jedenfalls in jedem Fall, trotz der Einschränkungen gegenüber der Professional Version. |
Aufpassen: wenn das Programm "für die Firma" geschrieben wird in der du arbeitest ist deren Umsatz interessant. Sonst natürlich deiner als Selbstständiger. Und damit würde dann die Starter mit einiger Sicherheit nicht mehr ausreichen.
Leider entfällt von D3 aus auch die Upgradeoption, die übrigens (Aktion momentan [oder schon abgelaufen?]) eine schöne Variante ist um an eine D7-Lizenz zu kommen. Stand aber erst für D2006 aufwärts zu Verfügung.
Regan hat folgendes geschrieben : | Delphi-Laie hat folgendes geschrieben : | 1. Kannst Du mit Delphi 3 das umsetzen, verwirklichen, was Dir vorschwebt (zumindest ohne große Umstände, Verrenkungen)?
2. Stellt die Bitbreite von 32 bei Delphi 3 (zwangsläufig) in irgendeiner Weise eine Einschränkung dar, daß auf gewisse Funktionen verzichtet werden muß? |
3. Stellt dir die Delphi 3 IDE genügend Werkzeuge bereit, bequem zu programmieren? z. B.: Refactoring, Templates etc. |
Bequem ist relativ. Ich bin in D7 immer noch schneller als in XE, und die Bugs in der VCL die wirklich stören (TStream & co) sind immer noch da.
Das einzige was mir fehlt ist das automatische "Hochverschieben" von Variablen, und selbst das ist ja eigentlich kein Problem wenn man schön nach Richtlinien kurze Methoden schreibt. Da weiß man dann ja vorher, was man brauchen wird.
Regan hat folgendes geschrieben : | | So gesehen kann man auch heut(zutag)e noch sogar mit Lochkarten noch benutzbare und funktionelle Progamme schreiben. |
Unfug.
_________________ "The phoenix's price isn't inevitable. It's not part of some deep balance built into the universe. It's just the parts of the game where you haven't figured out yet how to cheat."
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jaenicke
      
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Verfasst: Fr 22.04.11 23:24
Martok hat folgendes geschrieben : | | Ich bin in D7 immer noch schneller als in XE |
Ich weiß zwar nicht wie du das hinbekommst, aber damit dürftest du in einer kleinen Minderheit sein.
Alleine was ich durch Generics, anonyme Methoden usw. an Code spare ist enorm. Dazu die bessere Übersicht durch die angedockte Oberfläche...
Wobei mich nervt, dass die einzelnen Toolfenster im Vordergrund der restlichen IDE bleiben. Wenn man wie ich mit mehreren Monitoren arbeitet und daher zwangsläufig einen Teil der Fenster abdocken muss, kann man nicht mehr einfach einmal das Hauptfenster auf den Bildschirm mit den Toolfenstern schieben. Ach ja, und leider wird das Hauptfenster nicht per Desktopumschaltung auf den entsprechenden Monitor geschoben, wenn es maximiert ist.
Martok hat folgendes geschrieben : | , und die Bugs in der VCL die wirklich stören (TStream & co) sind immer noch da.  |
Ich weißt zwar nicht was du bei TStream meinst, aber dass gewisse Bugs, die stören, noch da sind, stimmt leider. Allerdings hat die Anzahl derer, die mich in älteren Versionen wirklich gestört haben, deutlich abgenommen.
Im Grunde fallen mir bei XE nur noch zwei ein, die wirklich nerven: Einmal die oben genannten und dann noch: Wenn man eine Property nur mit write deklariert und danach die Klassenvervollständigung irgendwo in der Klasse benutzt, wird read nach write hinzugefügt... supernervig, wenn man eine solche Property braucht... erstens kompiliert das nicht mehr und zweitens sollte die Property ja writeonly sein. Gut, braucht man auch selten.
Neu sind dafür ein paar Bugs mit Generics, aber die haben seit Delphi 2009 auch deutlich abgenommen und sind (soweit ich sie kenne) auch nicht wirklich schlimm. Nur ein wenig Tipparbeit mehr, aber vor D2009 ohne Generics hätte man dort noch viel mehr gehabt.
Martok hat folgendes geschrieben : | | Das einzige was mir fehlt ist das automatische "Hochverschieben" von Variablen |
CnWizards installieren, dann die normale Tastenkombination für die Deklaration einer Variable drücken (Strg + Shift + V), dann bist du bei den Variablen. Schreib was du deklarieren willst, dann drück wieder Strg + Shift + V oder Escape und du bist wo du warst. Das geht vermutlich auch bei Delphi 7. 
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jasocul
      
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Verfasst: Sa 23.04.11 06:16
Es gibt doch eigentlich nur eine Überlegung:
Reicht das Werkzeug zur Lösung der Aufgabe aus?
Ich kann meinen Rasen mit einem Handmäher mähen oder mit einem Sitzmäher. Aber wenn ich nur 50 qm mähen muss, ist ein Sitzmäher nicht erforderlich.
Der Vergleich hinkt sicher ein bisschen, aber zeigt vielleicht deutlicher worauf ich hinaus will.
Natürlich hat die aktuellste Version viele Vorteile gegenüber der 3er-Version, aber ich arbeite auch immer noch mit D2005 und kann damit alle MEINE Anforderungen erfüllen. Trotzdem ist ein Update geplant. Aber nicht wegen der Verbesserungen in der IDE o.ä., sondern wegen neuer Anforderungen.
Wenn du mit D3 alle Anforderungen erfüllen kannst und du mit diesem Werkzeug gut umgehen kannst, dann kannst du es auch dafür benutzen.
Interessant ist eher die Überlegung, warum die Firma dir nicht das Werkzeug (z.B. Delphi XE) kauft, wenn du für die Firma programmieren sollst. Oder wirst du für die Arbeit gesondert bezahlt? Dann musst du weitere Überlegungen wegen des Finanzamts machen.
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Martok
      
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Verfasst: Sa 23.04.11 13:29
jaenicke hat folgendes geschrieben : | Martok hat folgendes geschrieben : | , und die Bugs in der VCL die wirklich stören (TStream & co) sind immer noch da.  | Ich weißt zwar nicht was du bei TStream meinst, aber dass gewisse Bugs, die stören, noch da sind, stimmt leider. Allerdings hat die Anzahl derer, die mich in älteren Versionen wirklich gestört haben, deutlich abgenommen. |
TMemorystream weiß nicht, ob jetzt Int64 oder Longint verwendet wird bei Größe/Position, TFileStream ist für Win32 völlig falsch implementiert (Flags werden nicht oder falsch an CreateFile übergeben (okay, das liegt an FileOpen in SysUtils)). TFileStream für POSIX ist dafür allerdings korrekt.
jaenicke hat folgendes geschrieben : | | Im Grunde fallen mir bei XE nur noch zwei ein, die wirklich nerven: Einmal die oben genannten und dann noch: Wenn man eine Property nur mit write deklariert und danach die Klassenvervollständigung irgendwo in der Klasse benutzt, wird read nach write hinzugefügt... |
Achja, das gabs in D7 auch schon. Hatte es sogar einmal gebraucht... Lösung: Abstrakte Methode als Dummy-Getter
jaenicke hat folgendes geschrieben : | Martok hat folgendes geschrieben : | | Das einzige was mir fehlt ist das automatische "Hochverschieben" von Variablen | CnWizards installieren, dann die normale Tastenkombination für die Deklaration einer Variable drücken (Strg + Shift + V), dann bist du bei den Variablen. Schreib was du deklarieren willst, dann drück wieder Strg + Shift + V oder Escape und du bist wo du warst. Das geht vermutlich auch bei Delphi 7.  |
Oh, ich bin ja bisher ein reiner Fan von GExperts. Muss ich mir die doch mal näher ansehen (und gucken wie die sich mit GExperts und DDevExtensions vertragen).
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jaenicke
      
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Verfasst: Sa 23.04.11 13:41
Martok hat folgendes geschrieben : | | Oh, ich bin ja bisher ein reiner Fan von GExperts. Muss ich mir die doch mal näher ansehen (und gucken wie die sich mit GExperts und DDevExtensions vertragen). |
Die GExperts können viel weniger, dafür andere Sachen.
Und die beiden funktionieren unter XE gut zusammen, bei D2006 schien es mir so, als ob die sich ein wenig gebissen haben. Aber da liefen beide Addons nicht so wirklich gut, insofern lag es nicht unbedingt daran, dass beide drauf waren, auch einzeln wars nicht so toll.
DDevExtensions kenne ich zwar, habe ich aber nicht drauf, ich vermute aber nicht, dass die sich stören.
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Tilman
      
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Verfasst: Sa 23.04.11 17:04
Fassen wir zusammen: D3 ist sicher nicht mehr ganz taufrisch. Insbesondere wenn man Komponenten von Drittanbietern verwenden will/muss wird es schwierig, wenn sie nicht für D3 verfügbar sind. Man kann aber auch heute noch mit D3 gute Programme herstellen, die dann ihrerseits natürlich Topaktuell sind
Und was D7 angeht: da kenn in der Tat mehre Leute, die das auch heute noch einsetzen, bzw. gerade schweren Herzens davon umsteigen.
_________________ Bringe einen Menschen zum grübeln, dann kannst du heimlich seinen Reis essen.
(Koreanisches Sprichwort)
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FrEaKY
      
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D7
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Verfasst: Do 28.04.11 12:06
Pff, das alte Thema mal wieder. Ich benutze auch noch D7 und komme damit wunderbar zurecht. 
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