| Autor |
Beitrag |
Niko S.
      
Beiträge: 566
Erhaltene Danke: 10
Win 7, Ubuntu
Lazarus, Turbo Delphi, Delphu 7 PE
|
Verfasst: Mi 20.07.11 14:16
Hallöchen,
Ich bin im letzter Zeit am überlegen ob ich nicht mal was mit Virtualisierung mache.
Allerdings müsste ich vorher wissen ob ich bestimmte Sachen machen kann.
Und zwar war meine Überlegung, dass ich einen PC zusammenstelle für mich und meine Freundin, und das Ding virtualisiere, so dass Sie und ich gemeinsam da ran können. Sprich 2 Monitor, 2 Tastaturen, 2 Mäuse, also quasi 2 PCs, aber eben nur eine physikalische Maschine.
Ist sowas möglich ohne viel Hintergrundwissen und Programmierung? Also nicht, dass ich nicht einigermaßen gut mit Linux umgehen könnte oder so, aber wenn ich jetzt Kernel patchen muss, dann seh ich bei mir momentan noch schwarz.
Danke schon mal für die Antworten
Gruß
Niko
|
|
BenBE
      
Beiträge: 8721
Erhaltene Danke: 191
Win95, Win98SE, Win2K, WinXP
D1S, D3S, D4S, D5E, D6E, D7E, D9PE, D10E, D12P, DXEP, L0.9\FPC2.0
|
Verfasst: Do 21.07.11 01:11
Theoretisch machen lässt es sich, ja, aber wahrscheinlich nicht in der Form, wie Du es Dir jetzt grad vorstellst.
Durch die Virtualisierung hast Du zwar durchaus mehrere Systeme, die Du benutzen kannst und kannst diesen auch dediziert einzelne Geräte zuweisen, allerdings arbeiten die meisten Virtualisierungssysteme primär Headless, sprich ohne wirkliche Ausgabe. Die "normale" Bildschirm-Ausgabe zeigt Dir üblicherweise den Hypervisor/das Host-System. Die virtuellen Systeme kann man sich via SSH (Konsole) oder VNC (Grafikoberfläche) zwar anzeigen lassen, aber dazu brauchst Du dann mindestens noch ein, wenn Du am Hypervisor nicht arbeiten willst, sogar zwei weitere Geräte. Hier reichen zwar (für Linux) einfache ARM-Mainboards aus, da Du aber für zwei solcher Boards bereits genauso viel zahlst, wie für den eigentlichen Server, dürfte sich das sich für dich nicht lohnen.
Zumal du (abgesehen von User-Mode Linux) für eigentlich alle Virtualisierungstechniken vergleichsweise viel RAM vorreservieren musst. Das mag bei zwei "Desktop-Rechnern" mit je 2GB garantiertem Speicher noch mit 4GB RAM zu erledigen gehen, sobald aber die Anforderungen an die virtuellen Rechner steigen, kann die dafür nötige Hardware sehr preisintensiv werden.
Beim Plattenverbrauch gilt übrigens für alle Systeme: Wenn man nicht grad mit nur einem WIRKLICH minimalen Boot-System arbeitet, was read-only für alle Maschinen ist, liegt im Zweifelsfall für jede Maschine eine komplette System-Partition von 4-8GB auf der Platte, die via virtueller LAN-Bridge um ein Netzwerk-Share mit den Profildaten zu erweitern ist. Heißt also für 2 Linux-vServer gehen allein 10-20 GB für's System und 4GB für Swap weg; für Windows gut das Doppelte. Das mag bei heutigen Platten mit 2TB swar nicht mehr schmerzen, legt man diese Images aber für schnellen Zugriff auf eine SSD, kann das durchaus ein Thema sein.
Bliebe noch der Punkt wegen IO: Abgesehen davon, dass sich zwei Rechner einen Netzwerk-Anschluss teilen, was i.d.R. kein Problem darstellen sollte, da die interne Netzwerk-Bandbreite dem Durchsatz des RAMs entspricht, kann dies bei Netzwerk-intensiven Sachen durchaus zu spürbaren Latenzen führen. Zumal man die Bildübertragung für die dummen Terminals ja auch über's Netzwerk hat (auch wenn das nicht viel Traffic ist).
Wenn Du Energie sparen willst, schau dich lieber nach Mainboards auf ARM-Basis um und überzeug deine Freundin von Linux (Windows läuft auf denen nämlich erst ab dem nächsten Major-Release). Dafür zieht solch ein Board in der Regel aber nur wenige Watt. Grafikhöchstleistungen kann man von diesen, genauso wie bei virtualisierten Servern aber nicht erwarten. Hier ist in jedem Fall ein physischer Rechner nötig.
_________________ Anyone who is capable of being elected president should on no account be allowed to do the job.
Ich code EdgeMonkey - In dubio pro Setting.
|
|
Niko S. 
      
Beiträge: 566
Erhaltene Danke: 10
Win 7, Ubuntu
Lazarus, Turbo Delphi, Delphu 7 PE
|
Verfasst: Do 21.07.11 01:40
Och mir ging es gar nicht um Strom sparen in dem Sinne.
Windows muss sein, weil sie bestimmte Programme braucht, die es für Linux einfach nicht in der Form gibt.
Ich dachte eigentlich, dass die Hardwarevirtualisierung bereits so weit ist, dass das alles gar nicht mehr so das Thema sein sollte.
Ich würde dem Gerät auch 2 Grafikkarten für den Output geben, es sollte halt möglich sein.
Das das ganze Preisintensiv sein wird ist mir durchaus bewusst. Aber man geht eben dafür arbeiten ^^.
Aber wenn das ganze nicht so realisierbar ist, wie ich mir das Vorstelle, dann bringt mir das ja nichts.
Oder seh ich da was falsch?
|
|
Narses
      

Beiträge: 10184
Erhaltene Danke: 1259
W11x64
TP3 .. D7pro .. D10.2CE
|
Verfasst: Do 21.07.11 01:45
Moin!
Niko S. hat folgendes geschrieben : | Und zwar war meine Überlegung, dass ich einen PC zusammenstelle für mich und meine Freundin, und das Ding virtualisiere, so dass Sie und ich gemeinsam da ran können. Sprich 2 Monitor, 2 Tastaturen, 2 Mäuse, also quasi 2 PCs, aber eben nur eine physikalische Maschine.
Ist sowas möglich |
Kurz gesagt: dafür ist Virtualisierung nicht gedacht. Du willst zwei Endgeräte haben - also brauchst du auch zwei Endgeräte.
cu
Narses
_________________ There are 10 types of people - those who understand binary and those who don´t.
|
|
BenBE
      
Beiträge: 8721
Erhaltene Danke: 191
Win95, Win98SE, Win2K, WinXP
D1S, D3S, D4S, D5E, D6E, D7E, D9PE, D10E, D12P, DXEP, L0.9\FPC2.0
|
Verfasst: Do 21.07.11 01:47
Prinzipiell kannst du durchaus auch mit nur einer Grafikkarte das machen; brauchst dann nur halt zwei Ausgänge. Dann wäre aber ne ganze Menge Konfigurationsaufwand nötig, um automatisch auf dem X-Server die VNC-Sitzungen für die beiden virtuellen Maschinen zu starten, die HIDs sauber zuzuordnen, usw.
Die Frage ist hier eher, WAS du im Endeffekt damit machen möchtest. Virtualisierung von Desktop-Systemen ist üblicherweise keine gute Idee.
P.S.: Kernel zu patchen ist nicht so schwer. Hab mir sogar schon eigene Kernel gebaut, selber an Treibern Kleinigkeiten gepatcht, ... Ist aber immer so ne Sache, dass man sich da mal kurz reinarbeiten muss. Den Schnellkurs "Kernel compilieren" kann ich in 15 Minuten inzwischen geben (also für Stock-Kernel). Das Patchen läuft analog normaler Software, ist also nur ne Sache, dass man die richtigen Patchfiles finden muss 
_________________ Anyone who is capable of being elected president should on no account be allowed to do the job.
Ich code EdgeMonkey - In dubio pro Setting.
Zuletzt bearbeitet von BenBE am Do 21.07.11 01:50, insgesamt 1-mal bearbeitet
|
|
Narses
      

Beiträge: 10184
Erhaltene Danke: 1259
W11x64
TP3 .. D7pro .. D10.2CE
|
Verfasst: Do 21.07.11 01:50
Moin!
BenBE hat folgendes geschrieben : | | Die Frage ist hier eher, WAS du im Endeffekt damit machen möchtest. |
Das hat er doch oben schon gesagt: aus einer Hardware zwei machen.  (was [so] nicht geht  )
BenBE hat folgendes geschrieben : | | Virtualisierung von Desktop-Systemen ist üblicherweise keine gute Idee. |
Das kann man so pauschal nun auch wieder nicht sagen  allerdings sicher nicht so, wie der TE sich das vorgestellt hat.  Da stehen dann meistens Sicherheitsaspekte oder Verfügbarkeiten im Vordergrund, nicht Performance (z.B. gibts große Probleme mit 3d-Funktionen und hardwarebasierten Zugriffen allgemein). Ich schätze allerdings, genau darauf hat es der TE aber abgesehen.
cu
Narses
_________________ There are 10 types of people - those who understand binary and those who don´t.
|
|
Niko S. 
      
Beiträge: 566
Erhaltene Danke: 10
Win 7, Ubuntu
Lazarus, Turbo Delphi, Delphu 7 PE
|
Verfasst: Do 21.07.11 02:10
| Zitat: | | Da stehen dann meistens Sicherheitsaspekte oder Verfügbarkeiten im Vordergrund, nicht Performance (z.B. gibts große Probleme mit 3d-Funktionen und hardwarebasierten Zugriffen allgemein). Ich schätze allerdings, genau darauf hat es der TE aber abgesehen. |
Naja Ich wollte damit keinen dualen SpielePC erstellen. Es sollte eher ne reine Workstation werden.
Aber wenn das nicht geht dann geht das eben nicht. ^^
Eig wollte ich damit nur erreichen, dass ich einen zweiten PC quasi virtualisiert darstellen kann.
Nur halt mit eigenen Monitor, Tastatur und Maus.
Ich brauch dafür keine große 3D beschleunigung oder sonstwas, es soll nur vernünftig laufen, dass sie Surfen kann, Musik hören kann und mit ihrem Photoshop rumhantieren kann..
|
|
BenBE
      
Beiträge: 8721
Erhaltene Danke: 191
Win95, Win98SE, Win2K, WinXP
D1S, D3S, D4S, D5E, D6E, D7E, D9PE, D10E, D12P, DXEP, L0.9\FPC2.0
|
Verfasst: Do 21.07.11 02:16
Dann ließe sich das durchaus über eine "dummes Terminal" realisieren, was Du via PXE (Netzwerk-Boot) startest und via VNC auf die virtuelle Maschine verbindest. Aber wie gesagt: Das wäre dann separate Hardware, die wirklich nur das Bild darstellt und Eingaben macht.
Ob es aber sinnvoll ist, gleichzeitig am Hypervisor zu arbeiten ist eine GANZ andere Frage.
_________________ Anyone who is capable of being elected president should on no account be allowed to do the job.
Ich code EdgeMonkey - In dubio pro Setting.
|
|
Niko S. 
      
Beiträge: 566
Erhaltene Danke: 10
Win 7, Ubuntu
Lazarus, Turbo Delphi, Delphu 7 PE
|
Verfasst: Do 21.07.11 08:15
Wenn der Hypervisor genug resourcen hat, sicherlich schon oder?
Angenommen der Hypervisor bekommt nen 6 kern Prozi und 8GB Ram, dann sollte das gar nicht mehr so das Problem sein.
Die Frage ist dann nur, wie ich das Hinbekomme, dass die VM ein Monitor bekommt ne Extra Tastatur und so. Vielleicht fällt mir noch ne Andere Lösung ein.
|
|
Narses
      

Beiträge: 10184
Erhaltene Danke: 1259
W11x64
TP3 .. D7pro .. D10.2CE
|
Verfasst: Do 21.07.11 11:55
Moin!
BenBE hat folgendes geschrieben : | | Dann ließe sich das durchaus über eine "dummes Terminal" realisieren, was Du via PXE (Netzwerk-Boot) startest und via VNC auf die virtuelle Maschine verbindest. Aber wie gesagt: Das wäre dann separate Hardware, die wirklich nur das Bild darstellt und Eingaben macht. |
Ich werfe mal das Stichwort RDP in den Raum, VNC ist für sowas nicht wirklich die erste Wahl.  Wenn der VM-User nur einen "normalen Arbeitsplatz" (=ohne Hardwareabhängigkeiten) braucht, ist das sicher machbar.
Allerdings führt IMHO kein Weg an einer zweiten Hardware vorbei, wie "schmal" sie auch immer ausfallen mag. Von der Idee "2 User an einer Hardware" würde ich mich aus Praktikabilitätsgründen verabschieben.
cu
Narses
_________________ There are 10 types of people - those who understand binary and those who don´t.
|
|
Niko S. 
      
Beiträge: 566
Erhaltene Danke: 10
Win 7, Ubuntu
Lazarus, Turbo Delphi, Delphu 7 PE
|
Verfasst: Do 21.07.11 12:53
Und wie sieht das aus, wenn ich ne VM Starte, das ding im Zweiten Bildschirm mit Vollbild positioniere und dieser VM ne eigene Maus und Tastatur zuwesie?
Das müsste dann doch gehen oder nicht ^^
Klar ist das keine Leistung einer zweit Maschine, aber ausreichend um zu Surfen und um mit Photoshop zu arbeiten.
|
|
Narses
      

Beiträge: 10184
Erhaltene Danke: 1259
W11x64
TP3 .. D7pro .. D10.2CE
|
Verfasst: Do 21.07.11 13:39
Moin!
Niko S. hat folgendes geschrieben : | Und wie sieht das aus, wenn ich ne VM Starte, das ding im Zweiten Bildschirm mit Vollbild positioniere und dieser VM ne eigene Maus und Tastatur zuwesie?
Das müsste dann doch gehen oder nicht ^^ |
Diskutieren wir jetzt auf dem Niveau "ich will aber unbedingt"?  Dann mach´s doch einfach, wer hindert dich.
Ich wiederhole mich jetzt noch genau ein mal: Das ist Krampf.
Probier´s aus, dann weißt du auch warum.
Niko S. hat folgendes geschrieben : | | Klar ist das keine Leistung einer zweit Maschine, aber ausreichend um zu Surfen und um mit Photoshop zu arbeiten. |
Surfen kein Thema (Videos allerdings schon), bei Photoshop würde ich sagen, vergiss es, jedenfalls wenn du mehr machen willst, als die Oberfläche der Anwendung betrachten.
cu
Narses
_________________ There are 10 types of people - those who understand binary and those who don´t.
|
|
Niko S. 
      
Beiträge: 566
Erhaltene Danke: 10
Win 7, Ubuntu
Lazarus, Turbo Delphi, Delphu 7 PE
|
Verfasst: Do 21.07.11 14:44
Ne das sollte so gar nicht gemeint sein, also mit dem "ich will das aber unbedingt".
Ich wollte nur nicht so richtig wahr haben, dass es Virtualisierung noch nicht vernünftig für Desktopanwendungen gibt ^^
Vielleicht gibt's dafür auch noch nen Grund den ich momentan noch nicht sehe.
Dann können wir das jetzt als "Nicht Sinnvoll" abhaken =)
(Dann sparst du dir auch deine Nerven =P)
PS: Die Sache mit Photoshop hatte ich bereits mit VirtualBox auf nem Linux Host gemacht, hatte eigentlich gut geklappt, dafür dass das nur nen Lumpiger Laptop war..
|
|
|