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Gausi
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 08:49
Ich hab mir mal wieder eine Nachhilfe (Stufe 13) geangelt. Wie immer bei sowas ist der Mathelehrer total doof, unfreundlich, inkompetent und kann nicht erklären. Kennt man ja, und kann man hier im Forum ja auch immer wieder lesen.
Was ich da gestern aber gehört habe, fand ich dann aber doch sehr merkwürdig, daher frage ich hier mal in die Runde der Schüler oder Studienanfänger, ob das jetzt so üblich ist.
Klar haben heute auch viele Lehrer einen Account bei Facebook. Aber ist es üblich, dass ein Lehrer und seine Schüler auf Facebook "Freunde" sind, und dass diese Freundschaftsanfragen auch vom Lehrer ausgehen? Sie hat dann noch mehr erzählt, was ich nicht alles wiedergeben möchte (z.B. Spielanfragen, "scherzhafte" Notenverhandlungen per Spiele-Geschenke, Kommentare zu einzelnen Klausuren an der Pinnwand, ...)
Ich finde das äußerst problematisch. Selbst wenn viele Schüler die Profile öffentlich eingestellt haben, und somit vieles aus ihrem Leben auch für den Lehrer bei FB sichtbar machen, dann habe ich meiner Meinung nach als Lehrer dort trotzdem nichts zu suchen. Ich laufe den Schülern ja auch nicht hinterher oder gehe mit denen abends einen trinken. Oder bin ich da schon zu alt und muss mein Weltbild mal wieder korrigieren? 
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Teekeks
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 08:54
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papa69
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 11:07
ich bin in diesen "sozialen Netzwerken" nicht so bewandert (weil ich nicht allzuviel davon halte), aber ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Lehrer anhand diverser "Freunde-Listen" genau sehen/nachvollziehen wie lange ihre "Freunde" online sind. Anhand dieser "Argumente" untermauern sie dann vlt. deren schlechte Noten etc.
Wie das schon sooooooooooooooooooo oft gesagt/geschrieben wurde, soll man sich seine "Freunde" wirklich genau aussuchen und nicht zu viel von sich preisgeben. In den Medien wird (gerade in letzter Zeit) immer wieder gezeigt, welche Folgen das hat.
Als Lehrer sollte ich mich dann aber auch fragen, ob es richtig ist, seine "Schutzbefohlenen" auch noch nach der Schule zu terrorisieren...
Wenn Schüler schlechte Leistungen erbringen, zeigt das doch (m.M nach) dass die Lehrer ihren Job schlecht gemacht haben/machen.
Die Lehrer sollten sich in diesem Falle mal eher Gedankenn darüber machen, wie sie ihren Unterricht so gestalten können, dass die Schüler auch (zumindest) Interesse am Unterricht zeigen.
Das zeigt (m.M.) wieder einmal den Wertezerfall in den letzten 20 Jahren. Die Kinder haben kaum noch Vorbilder - und sowieso "null Bock". Und die Lehrer gehen nur noch zur Arbeit, weil sie nur auf den Feierabend (so gegen 14:00 Uhr) warten und sowieso der Meinung sind, dass das alles keinen Sinn macht, was sie da machen (sie sind genauso unmotiviert wie ihre Schüler)
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_________________ Daniel Bauer
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Jann1k
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 11:10
Also aus mener Schulzeit kenn ich das so, dass man gerade in der Oberstufe (bzw. kurz vorm Abi) zu einigen Lehrern schon fast ein freundschaftliches Verhältnis aufbaut, das sich auch auf Facebook etc. erstrecken kann. Insofern wundert mich das eig. nicht (wobei die Kommunikation bzw. Freundschaftsanfrage bei uns doch eher von den Schülern ausging). Wie das mit Klausurkommentaren etc. auf der Pinnwand ist müsste man im Einzelfall entscheiden denk ich.
Kurz und knapp:
| Zitat: | Oder bin ich da schon zu alt und muss mein Weltbild mal wieder korrigieren?  |
Ja!
@papa69 Super Lehrerbild in deinem Post...
Für diesen Beitrag haben gedankt: Kha
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glotzer
      
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Lazarus
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Verfasst: Sa 03.09.11 11:15
Die Bilder vom letzten Saufgelage soll der Lehrer dann vieleicht doch nicht sehen? Aber die haben ja auf fb eh nix zu suchen
_________________ ja, ich schreibe grundsätzlich alles klein und meine rechtschreibfehler sind absicht
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Regan
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 11:25
Viele haben auch ihre Vorgesetzten bei Facebook als Freunde. Ich sehe das deswegen keineswegs problematisch. Hier probiert eine neue Generation mit ihren eigenem Wertesystem, mit der Technologie umzugehen. Lasst sie doch spielen.
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storestore
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 11:40
Den eigenen Lehrer als "Freund"? Das würde ich nicht machen. Was soll ich machen wenn ich über den Lehrer lässter und er das liest? 
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Gausi 
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 12:01
Generell habe ich ja auch nichts dagegen, wenn man gegen Ende der Schulzeit die Lehrer besser kennenlernt. Das war bei mir auch schon so. Als eine Lehrerin kurz vor der Pension war, hat sie uns mal an einem Wochenende zum Essen eingeladen. Und mit dem Mathe-LK sind wir auch ein oder zweimal nebenan in die Kneipe gegangen (während der Schulzeit, versteht sich  ). Aber das waren Ausnahmen, und abends zum feiern waren die Lehrer nicht dabei (außer bei den Studienfahrten).
Und das kann sich auch auf Facebook erstrecken, das ist völlig normal. Aber als Lehrer sollte man imho da ggf. bremsend wirken. Mitmachen und sich offen gegenüber den Schülern geben finde ich ok, das macht einen menschlich. Aber wenn Diskussionen anfangen wie "Nö, über deine Note denke ich nicht nochmal nach, das waren noch nicht genug Geschenke bei <Spiel>" - auch wenn sie nur scherzhaft gemeint sind, dann überschreitet das schon eine Grenze. Oder wenn Noten über FB bekannt gegeben werden (wohl nur als PN, nicht öffentlich). Oder wenn der Lehrer die Freundschaftsanfragen verschickt - auch erneut, wenn ein Schüler die FB-Freundschaft gekündigt hat, weil ihm/ihr unwohl dabei ist, dass der Lehrer so in das Privatleben außerhalb der Schule vordringen kann.
Daher wollte ich einfach wissen, wie das bei euch gehandhabt wird, und was eure Erfahrungen mit Lehrer-Freundschaften sind. 
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Yogu
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 13:26
Ich schreibe auch 2012 Abitur, komme jetzt also ins letzte Jahr. Und man merkt auch bei uns, dass sich das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ändert, dass die Lehrer offener werden und der Unterricht sich etwas unkomplizierter gestaltet. Vor allem, wenn man mit einzelnen Lehrern mehr Kontakt hat, weil sie z.B. Projekte betreuen, werden auch E-Mails häufiger und nicht mehr ganz so förmlich ("Hallo Herr/Frau ... Viele Grüße" anstatt "Sehr geehrte(r) Herr/Frau ... Mit freundlichen Grüßen"). Aber das war's in Richtung "moderne" Medien eigentlich schon. Den Lehrer auf Facebook als Freund zu haben, ist für mich eine seltsame Vorstellung, über die ich bisher auch noch nie nachgedacht habe.
Und dass Lehrer Klausurnoten auf amerikanischen Servern gewisser Datenkraken speichern, ist wirklich nicht in Ordnung. Dagegen würde ich wohl etwas unternehmen.
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rushifell
      
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Verfasst: Sa 03.09.11 22:43
| Gausi hat folgendes geschrieben: | | Aber ist es üblich, dass ein Lehrer und seine Schüler auf Facebook "Freunde" sind, und dass diese Freundschaftsanfragen auch vom Lehrer ausgehen? |
Wenn die Freundschaftsanfrage von Deinem Nachhilfeschüler/Deiner Nachhilfeschülerin gekommen wäre, fände ich es nicht weiter problematisch. Dass die Freundschaftsanfrage jedoch vom Lehrer aus kommt, finde ich doch sehr "merkwürdig". Das zeigt doch nur, dass der Lehrer, in welcher Form auch immer, ein gewisses Interesse an dem Schüler/der Schülerin hat, vorallem wenn er so penetrant ist. Ohne Grund stelle ich schließlich keine Freundschaftsanfrage.
Grundsätzlich spricht ja auch nicht unbedingt etwas dagegen. Aber eine zu enge Beziehnung/ ein zu enges Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern halte ich deshalb für problematisch, weil Lehrer Schüler "objektiv" bewerten/benoten müssen. Deshalb denke ich, dass eine gewisse Distanz wichtig ist. Wenn sich der Schüler/die Schülerin belästigt fühlt, was ja anscheinend der Fall ist, sollte er/sie zumindest mit ein paar vertrauten Menschen darüber reden, die ihm/ihr vielleicht auch helfen können. Vermutlich hat er/sie wahrscheinlich auch Angst, es sich bei ihrem Lehrer zu verscherzen und nimmt deshalb die erneuten Freunschaftsanfragen an.
Gruß
EDIT: Hab mal meinen Beitrag neutral angepasst.
Zuletzt bearbeitet von rushifell am So 04.09.11 07:41, insgesamt 1-mal bearbeitet
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elundril
      
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Verfasst: So 04.09.11 07:11
In Gausis beitrag kam kein einziges mal vor das die betreffende person weiblich ist.
Prinzipiell ist das befreundet sein mit nem lehrer nix negatives, jedoch find ich das notenverhandeln dann doch etwas seltsam und das noten verteilen über facebook erst recht.
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rushifell
      
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Verfasst: So 04.09.11 07:28
| elundril hat folgendes geschrieben: | | In Gausis beitrag kam kein einziges mal vor das die betreffende person weiblich ist. |
Das ist doch völlig irrelevant. Ich habe das aus dem Kontext geschlossen. Mag sein, dass ich voll daneben liege, aber die Chancen sind 50 zu 50. Auch bei einem Schüler finde ich soetwas äußerst "merkwürdig".
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storestore
      
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Verfasst: So 04.09.11 09:08
Naja, aber bei Schülerinnen ist das etwas merkwürdiger, vorallem wenn es ein "Lehrer" ist. Ihr wisst was ich meine 
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FinnO
      
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Verfasst: So 04.09.11 11:15
Moin,
ich habe jetzt ja gerade Abitur und bei uns war das eigentlich recht ausgeglichen. Einige Lehrer, die der Meinung sind, man sollte als Lehrer Abstand zu den Schülern haben, sind grundsätzlich nicht auf sozialen Netzwerken angemeldet. Andere sind z.B. da angemeldet und nehmen keine Freundschaften mit Schülern an, wieder andere tun dies, aber soweit ich das bis jetzt überblicken kann auch maximal mit der Oberstufe/Ehemaligen - meine Einschätzung ist, dass auch die Lehrer keine Lust haben, von hunderten Schülern belagert zu werden, die regelmäßig an ihre Pinnwand schreiben.
Mir ist auch noch nicht aufgefallen, dass bei FB irgendwelche Dinge besprochen werden, die ansatzweise mit der Schule zu tun haben. Das höchste der Gefühle ist "Ist heute Volleyball-AG?", weil da regelmäßig auch ex-Schüler mal vorbeischauen...
Würde also nicht behaupten, dass das ausartet. Wie sich das mit Freundschaftsanfragen von Lehrern aus verhält, weiß ich nicht, also ich wurde nicht eingeladen  .
Das Thema "Kontrolle der Onlinezeit und Auswirkung auf die Benotung" halte ich für komplett unrealistisch.
LG,
Finn Ole
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Nersgatt
      
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Verfasst: Mo 05.09.11 06:27
Ich bin zwar schon > 10 Jahre aus der Schule raus. Zu der Zeit gab es noch kein Facebook, etc. Aber jetzt, mit etwas Abstand gesehen, fällt mir auf, dass das Verhältniss zu meinen Berufsschullehrern ein ganz anders war, als das zu meinem Lehrer auf dem Gymnasium. Auf dem Gymnasium haben die Lehrer sehr stark auf Distanz geachtet. Außer in schulischem Kontext gab es keinen persönlichen Kontakt.
In der Berufsschule sah es (bei einigen Lehrern) anders aus. Insbesondere die Jüngeren haben sich auf (privaten) Feiern auch mal sehen lassen, ein Höflichkeitsbier mitgetrunken und sind wieder verschwunden. Aber auch das Klima in der Schule war freundschaftlicher.
Davon mal abgesehen, finde ich, dass auf Facebook, xxVZ, etc. mit dem Begriff "Freundschaft" falsch umgegangen wird. Vor allem wird damit inflationär umgegangen. Ich kann meine wirklichen Freunde an meinen 10 Fingern abzählen. Wenn ich meine Bekannten dazunehme, komme ich nicht mal hin, wenn ich die Zehen dazunehme.
Jens
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. (Mahatma Gandhi)
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jasocul
      
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Verfasst: Mo 05.09.11 07:07
FinnO hat folgendes geschrieben : | | Das Thema "Kontrolle der Onlinezeit und Auswirkung auf die Benotung" halte ich für komplett unrealistisch. |
Da kenne ich Lehrer, denen ich sowas durchaus zutraue.
Gelegentlich gebe ich ja auch Nachhilfe. Lehrer wollte ich auch mal werden. Daher glaube ich, dass ich das einigermaßen beurteilen kann.
Ich halte das Vorgehen des Lehrers für problematisch, wenn es wirklich nur einen Lehrer-Schüler-Bezug zwischen den Beteiligten gibt. Ich bin auch bei FB, obwohl ich kein großer Freund davon bin. Es ist durch eines meiner Hobbies ein indirektes "Muss".
Von meinen Kollegen bin ich auch nur mit zweien "befreundet". Das aber auch nur, weil ich mit denen auch private Kontakte pflege.
Die Probleme entstehen dann, sobald ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht. Würde mein Chef mir eine Freunfschaftseinladung schicken, wäre es eine schwierige Entscheidung. Einerseits kann das der Versuch sein, mich zu "überwachen" und herauszubekommen, was ich privat mache, andererseits kann es auch einfach nur persönliches Interesse sein, mehr mit den Angestellten ins Gespräch zu kommen. Ähnlich sieht es wohl auch beim Lehrer-Schüler-Verhältnis aus. Wie lehnt man eine solche Anfrage ab, ohne den Lehrer/Chef vor den Kopf zu stoßen? Ziemlich schwierig, denke ich.
Im obigen Fall sollte der Lehrer sowas einfach lassen. Auch umgekehrt sollte das gelten. Schüler sollten Lehrern keine Anfragen schicken. Das kann durchaus auch als "Schleimerei" ausgelegt werden. Zumindest sollte das gelten, solange dieses Abhängigkeitsverhältnis vorhanden ist. Wenn man sich tatsächlich privat kennt oder man mit der Schule fertig ist, dann kann man auch solche Freundschaften pflegen.
Es mag sicher Lehrer geben, denen man den gewissenhaften Umgang mit einer FB-Freundschaft zutrauen kann. Aber prinzipiell würde ich die Finger davon lassen.
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FinnO
      
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Verfasst: Mo 05.09.11 08:56
Moin,
also ich bin etwas überrascht, welchen Stellenwert die sog. Facebook-Freundschaft hier hat. Mal Hand aufs Herz, im Prinzip ist die FB-Freundschaft doch ungefähr so wie die Circles bei G+ nur ohne Circles, d.h. jeden, den man kennt, mit dem man Arbeitet, in die Schule geht, die Freundin vom Bruder etc. hat man doch irgendwie in seiner Liste... Wenigstens ist das in meiner FB-Umgebung so. Da gehören dann irgendwie manche Lehrer für mich dazu.
LG,
Finn Ole
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buster
      
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Verfasst: Mo 05.09.11 10:39
Für diesen Beitrag haben gedankt: rushifell
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Klabautermann
      

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Verfasst: Mo 05.09.11 12:22
Hi,
ich denke das kommt immer sehr auf die Persönlichkeit des Lehrers an. Ich bin recht gut mit einer Lehrerin befreundet, bei der ich weiß, dass es für sie ein absoluter grauß wäre eine Freundschaftsanfrage eines Schülers bei FB zu bekommen. Nicht weil sie ihre Schüler nicht mag sondern schlicht, weil sie das Bedürfnis hat Arbeit und Privatleben zu trennen. Die gute findet es schon störend, wenn sie beim Einkaufen in der Stadt ständig Schülern begegnet, oder diese trifft, während sie Abends mit Freunden einen Cocktail schlürft. Da sie in einer recht kleinen Stadt lebt, passiert das recht häufig. Obwohl ihre Stadt durchaus einige eigene Strände besitzt, fährt sie zum Sonnenbaden einige Dutzend Kilometer raus, da sie sich sonst nie ganz entspannen kann - nie wirklich privat sein kann, denn sobald ihr ein Schüler begegnet fühlt sie sich wieder als Repräsentantin ihrer Schule. Um dem Vorurteil Vorzugreifen, die gute Frau ist bei ihren Schülern keineswegs unbeliebt, sie kommt sowohl bei SpickMich als auch in den Abi Zeitungen immer gut weg und wird auch für Ausflugstage/Klassenfahrten oft als zusätzliche Begleitperson von den Klassen gewünscht.
Es mag andere Lehrer geben die das anders wahrnehmen und da etwas lockerer sind, aber ich finde auch da sollte ein gewisser Abstand gewahrt bleiben. Mein Abi Lehrer ist z.b. (auf Einladung durch uns Schüler) durchaus mal auf unseren (häufigen) Partys aufgetaucht, hatte sogar meist etwas Alkoholisches dabei (wahrscheinlich wollte er sich unseren Fusel einfach nicht geben  ) und hat auch mit uns getrunken, nach ein bis zwei Stunden hat er sich aber immer wieder verabschiedet, so das die Party ohne ihn richtig wild werden konnte ohne das sich ein Schüler vor dem Lehrer zu viel Blöße gibt. Ich denke "freundschaftlicher" als das sollte es nicht werden, wo Facebook da anzusiedeln ist kann ich aber schlecht sagen.
Ich denke g+ ist für Schüler/Lehrer Kontakte die bessere Wahl, eben wegen der Pflicht zu Kreisen. Und wenn ich mir angucke, was meine minderjährigen Verwandten so auf FB Posten, dann weiß ich nicht ob es immer so gut ist, wenn die Lehrer das mitbekommen. Nicht weil es etwas mit der Schule zu tun hätte, sondern weil es die persönliche das Bild des Lehrers über den Schüler verändern kann. Wenn z.B. die immer korrekte Schülerin auf FB Witze/Sprüche Postet, die der Lehrer total bescheuert findet, kann es sein, dass diese im ansehen des Lehrers sinkt und dieser somit (ohne es bewusst zu wollen) ihren Ausführungen in der Schule kritischer gegenübersehen wird.
Daher (und wegen dem was ich bei meiner oben erwähnten Freundin mitbekomme) empfinde ich es ähnlich wie du Gausi als merkwürdig, wenn ein Lehrer eigenständig den FB Kontakt zu einem Schüler sucht, wenn es aber beide nicht so empfinden ist es auch Ok. Schüler sind auch sehr findig darin den Lehrer wieder auszuschließen, wenn sie etwas besprechen wollen, das er nicht mitbekommen soll, im Zweifelsfall werden sie sich Zweitaccounts zulegen (wenn sie das mit den Gruppenrichtlinien nicht hingekommen  ).
Merkwürdig wird es natürlich, wenn der Lehrer nur zu dieser einen Schülerin oder nur zu Schülerinnen im allgemeinen Kontakt sucht.
Gruß
Klabautermann
Für diesen Beitrag haben gedankt: Yogu
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fussl
Hält's aus hier
Beiträge: 15
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Verfasst: Mo 05.09.11 18:58
Hallo,
Was Klabautermann sagt, stimmt: Als Lehrer endet der soziale Kontakt mit den Schülern nicht mit der Schulglocke. Man trifft sich im alltäglichen Leben unter verschiedensten Anlässen. Ein Lehrer kann sogesehen auch durchaus mit seinen Schülern bei Facebook und Co "befreundet" sein. Jeder muss dabei selbst entscheiden, ob und wie viel Kontakt er zulässt.
Der Umgang zwischen Schülern und Lehrern wird jedoch von bestimmten Faktoren stark bestimmt, die sowohl für das schulische, ausßerschulische und virtuelle Leben gelten:
Ein Lehrer ist für seine Schüler immer soetwas wie ein Vorgesetzter, von dem sie abhängig sind, hat (im Regelfall) eine Vorbildfunktion und bewegt sich nicht in der selben sozialen Gruppe wie seine Schüler.
Entsprechend sollte auch eine soziale Beziehung Lehrer-Schüler funktionieren. Z.B. ist das Bekanntgeben von Klausurnoten über FB absolut nicht angebracht. Kein Lehrer will seine Beurteilungsgespräche mit der Schulleitung öffentlich im Netz sehen, kein Angestellter seine Arbeitszeugnisse! Ein "Feilschen" um Noten, auch wenn es nur Spaß sein sollte, ist in diesem Kontext ebenfalls kein angemessenes Verhalten eines Lehrers ggb. seinen Schülern. Ebenso wie das anbaggern von Schülern. Wenn sich ein Lehrer so verhält, hat das nichts mit FB zu tun, sondern etwas mit seiner allgemeinen Einstellung, die ich persönlich als sehr problematisch empfinde.
Ich denke wir "Älteren" machen uns über die Nutzung von FB und Co sehr viele Gedanken und müssen unser Handeln erst anpassen. Für die Kinder von heute gehört FB so natürlich zur Lebenswelt wie für uns das Fernsehen, sie kennen keine Welt ohne Internet und Netzwerke/Chats. In meiner 6. Klasse haben viele Kinder einen FB-Account, obwohl sie eigentlich noch keinen haben dürften. Die haben in ihren Kontakten alle möglichen Leute, die sie kennen, suchen auch geziehlt ihre Lehrer raus und kommunizieren ganz normal mit ihnen. Ebenso verfügen immer mehr Schulen über eigene soziale Lernnetze (entweder schuleigen oder z.b. Lo-net). Man kann also virtuelle und reale Kontakte mittlerweile auch in der Schule nur sehr schwer trennen.
Es kommt daher nicht auf das "ob", sondern auf das "wie" an: Wie kommen Kontakte zustabde und wie werden sie gepflegt. Und da orientieren wir uns am besten am realen Leben.
Das war jetzt ganz schön lang...
fussl
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